Augustkrone

Der August ziehet ein und bringt des Sommers Krone; sein goldner, warmer Schein ist die gereifte Sonne. Die Ähren, schwer und dicht, verneigen sich der Erde; im späten Mittagslicht wird Fülle zur Gebärde. Am Hag wird schwarz und schwer die Brombeerfrucht im Laube; die Wespe kreist umher im Duft der reifen Traube. Der Mäusebussard zieht […]

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Nach dem Regen

Mitten im Satz bleibst du stehen. Auf dem Asphalt eine Schnecke, ihr Haus kaum größer als dein Daumen. Du hebst sie auf, trägst sie ins Gras und wartest, bis sie ihre Fühler wieder zeigt. Dann sprichst du weiter, genau dort, wo du aufgehört hast. Ich weiß später nicht mehr, wovon du erzählt hast. Nur noch,

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HERLICEK – TSUNAMI IM FREIBAD

Die Sonne kocht wie Marmelad. Herlicek nutzt das Badewetter und weilt im noblen Stadionbad mit reichlich Jause, so ist’s netter. Er stopft sich rein das schwere Essen: Schweinsbraten, Grammeln und viel Brot. Nur auf Bewegung nicht vergessen! – die Waage ist schon aus dem Lot. Plötzlich schreit einer: „Tsunami! Alle raus aus dem großen Becken!

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Schluchten aus Metall und Mut

In Schluchten, wo sich Rauch und Morgen mischen, geht Pegasus auf Wegen, die im Dunkel zischen. Aus Staub und Atem sanft geformt sein Leib, ein leises Echo, das im Wind verbleibt. Sein Hufschlag hallt wie ein verlor’nes Zeichen durch Welten, die dem grauen Stahl nun weichen. Er sucht kein Reich, das oben hell erglänzt, nur

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Einsamer Tod

-Fiktion – Vereinsamter alter Mann brach daheim zusammen, erlitt schweren Herzinfarkt. Unsichtbare eiserne Faust drohte flimmerndes Herz zu zerquetschen. Der Schmerz war unsäglich, die Atemnot quälend. Hilflos lag er am Boden, am Kopf eine vom Sturz verursachte Platzwunde, deren Blut sein Gesicht mit Rinnsalen bedeckte. Röchelnd hauchte er sein schicksalhaftes Leben aus. Keiner bemerkte sein

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Im Stand

Du stellst den Motor ab. Unter den weißen Lampen liegt die Raststätte wie ein offener Gerätekasten. Beim Aussteigen geben die Knie zu spät nach. In den Waden summen noch zweihundert Kilometer. Der Kaffee fällt in einen Pappbecher. Deine Hand hält ihn ruhig, doch an der Oberfläche zittert die Straße weiter. Du stehst zwischen Lastwagen, Mülleimern,

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Vieraugengespräch

Weil jeder seine eigene Meinung hat, findet ein Gespräch unter vier Augen statt. Man will die Schwierigkeiten überwinden und einen gemeinsamen Nenner finden. Jeder redet nun auf den anderen ein, will mit seiner Ansicht der Klügere sein. Hält hieran dann ohne wenn und aber fest, sich auch keinen Deut hiervon abbringen lässt. Erst wenn jemand

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Am Weiher

Der Weiher ruht. Kein Hauch bewegt das dunkle Bild im Wasserspiegel; nur eine Birke neigt sich leis, als trüge sie ein altes Siegel. Das Schilf bewahrt den stillen Grund, den keines Menschen Blick erreicht. Was unter grünen Wassern schläft, hat längst der Zeit sein Recht enteilt. Ein schmaler Pfad am Ufer hin, vom Moos und

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Die Heimkehr

Nicht Stein allein und Dach und Baum begründen eines Menschen Leben; erst was er liebte, litt und trug, kann einem Orte Heimat geben. Der stille Weiher ruht im Licht, die Birken stehen stolz und helle; sie kennen weder Glück noch Leid, doch mahnen sie an ew’ge Quelle. Das Haus dort fern am grünen Rain ist

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Am stillen Weiher

Der Abend liegt auf Feld und Rain, die Birken stehen bleich und stille; vom fernen Haus fällt matter Schein hinüber auf des Weihers Fülle. Kein Vogelruf, kein Schritt erklingt, nur Schilf bewegt sich an den Rändern; ein kühler Hauch vom Wasser dringt durch Gras und dunkle Uferländer. Der schmale Pfad, vom Tau benetzt, führt heimwärts

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Heimweg am Weiher

Am Ufer steht die Birke weiß, der Abend liegt auf Gras und Steinen; im dunklen Wasser schwimmt der Himmel, als müsse er um gestern weinen. Das Haus dort hinter Busch und Rain trägt still sein Dach durch Jahr und Wetter; noch rauscht im Hof der alte Brunnen, noch zittern an der Tür die Blätter. Ein

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Der Weg am Weiher

Die Birken stehn im Abendglanz, der Weiher träumt im Grunde; ein ferner Vogel zieht zum Wald, als rief ihn eine Stunde. Der schmale Weg geht durch das Grün, verliert sich hinterm Raine; dort steht ein Haus im stillen Licht, so heimlich und alleine. Aus seinen Fenstern fällt ein Schein auf Gras und dunkle Weiden; als

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Sommerlicht am Weiher

Ein lichter Hauch liegt auf dem Teich, die Birken glänzen, still und bleich, und überm Gras, vom Tau noch schwer, zieht goldner Schein zum Ufer her. Das Haus im Grün, vom Licht umflossen, hält seine Fenster halb geschlossen; doch auf dem Dach, am weißen Stein, kehrt still der ganze Himmel ein. Ein Mensch geht langsam

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Der Ruf aus dem Nebel

Leute, hört den Wind, in dem keine Freiheit mehr erklingt. Die Fahne weht im grauen Licht, doch fremd ist sie und wärmt uns nicht. Was sie Demokratie nur nennen, lässt fremde Macht uns klar erkennen. Die Gerechtigkeit im Dunkeln schweigt, die Wahrheit längst im Schatten bleibt. Wir treiben auf verlassenem Schiff, es nähert sich dem

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Die Wolke!

Wolken… Gerne leben war sein Ding. Gab auch Zeiten ohne Swing. Helle Wolken im Gemüt. So viel Schönes dort erblüht. All die Jahre ohne Blues. War bereit für jeden Gruß. Wolken doch färbten sich. Mit dem Alter Helles wich. Die Gedanken wurden rau. Sortierten ernst sehr genau. Spürte oft sein Unrecht sehr. Betete um Weisheit

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Zwei Stunden älter

Nach der letzten Vorstellung sitzt er vor dem Spiegel. Mit dem feuchten Tuch nimmt er zuerst den Mund ab, dann die Furchen, die zwei Stunden älter sind als er. Das Kostüm gleitet von den Schultern. Am Bügel steht es aufrechter als zuvor. In seiner Stimme – noch der letzte Satz – eine vergessene Nadel im

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Nur Mitleid reicht nicht

Menschen, die auf der Schattenseite stehen, wir meist geschockt und mitleidig ansehen. Doch Mitleid allein diesen Menschen nichts bringt, weder hilfreich ist, noch ihre Not bezwingt. Wir sollten uns daher human entscheiden und diese Menschen nicht nur bemitleiden, uns mit ihrer Armut und Not befassen, ihnen echte Hilfe zukommen lassen. Hilfe, die ihre Not tatsächlich

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Gegen die Wand reden

Man redet wild aufeinander ein, weil jeder etwas sagen will und meint, ein cleverer Mensch zu sein, deshalb ist selten jemand still. So entsteht ein wildes Wortgefecht, die Lautstärke gewaltig steigt und die Stimmung ist mehr schlecht als recht, mancher sein wahres Gesicht zeigt, Zwar hat man große Töne gespuckt, aber dennoch kein Gehör fand.

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