Die andere Klarheit

Musik. Sonst nichts. Und doch wird etwas in uns weit, als hätte jemand ein verborgenes Fenster geöffnet. Sie braucht keinen Begriff für das, was wir sofort erkennen. Manchmal erfährt ein Mensch in einem einzigen Lied mehr von sich als in langen Jahren voller Gedanken.

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Postkartenwetter

Ein paar Liter Kaffee später Öffnet Sonnenstrahlen warmes Wetter Lauwarmer Atem an der Tür – Die begehrte Frühlingsinventur. Ein paar Lichterspiele später Schaltet das Fernsehen oben Wetter in der Schlange Wolken zum Friseur Stehle mal für heute meine Uhr. Ein paar Wolkengänge später Schminkt die Blätterbäume helles Wetter Vögel schwingen oben in die Tour Herzherbarium

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Sterne über der Gosse

Wir liegen alle in der Gosse, manchmal tiefer, als wir zugeben. Wir zweifeln, sehen mehr Boden als Himmel. Und doch heben manche den Blick, trotz der Risse, trotz der Müdigkeit, trotz der Welt. Und dann sind da Sterne, weit weg, aber da. Vielleicht retten sie nichts, aber sie erinnern uns daran, dass über uns noch

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Ostern

An Ostern suchen alle Eier – es ist ja eine schöne Feier für alle Leute, groß und klein. Ab jetzt kommt auch ein Hoffnungsschein für den Menschen hier auf Erden, dass er mag getröstet werden in den Ängsten und dem Bangen, dass er werde neu anfangen nach des Lebens kurzer Frist, die ihm hier gegeben

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Feiertage

Allerheiligen und Allerseelen, Als „Hochfest“ sind sie uns bekannt, Und darum dürfen sie nicht fehlen Als Feiertag im Land. In einer schnellen Zeit wir leben, Mit Internet und auch KI, Viel Arbeit für das Geld wir geben, Doch wirklich Zeit haben wir nie … Ein Feiertag ist ein Gebot, Uns heilig soll er sein, Als

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Für irgendwen die Welt

Für die Welt bist du vielleicht nur ein Gesicht im Strom der Zeit, ein Name, den der Wind verweht, ein Schritt, der kommt und weitergeht. Doch für ein Herz bist du das Licht, das leise durch den Alltag bricht, der Trost, wenn dunkle Stunden sind, die warme Hand, die Hoffnung bringt. So glaube nie, du

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Diese Stadt

Diese Stadt riecht nach Benzin, nach Asphalt, laut und gemein. Kein Grün, kein Wald, kein stiller Ort – nur Lärm und Menschen, immerfort. Bar an Bar, das Licht ist grell, Kneipe an Kneipe, laut und schnell. Ich bleibe hier, ich mag das Spiel, die Nacht, den Rausch, das schnelle Ziel. Ich liebe das Tempo, den

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Angebliche Freunde

Wenn ich mein Leben still betrachte, spür’ ich, wie sich Bitterkeit entfacht. Die meisten, die sich Freunde nennen, sind selten ehrlich, sich mir zu bekennen. Sie haben Zeit, doch nur für sich – ihre Ausreden ermüden mich. Sie kommen nur, wenn sie was brauchen, ruft man sie, hört man ihr Schweigen hauchen. Sie sind verschwunden,

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Der Idiot

Ich bin der Narr in deinem Spiel, zahl deinen Preis und zahle zu viel. Ich trag die Last, die du verheimlichst, auch wenn dein Handeln ist schleimig. Ich kehr den Staub aus deinem Blick, verlier mich selbst in fremdem Glück. Du nimmst, du forderst, bleibst bequem – mein Herz erstickt in deinem System. Du zählst

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Filmvirus

Erotik flimmert, wild und heiß, mein Denken schweigt im Bilderkreis. Die Fantasie springt auf und lacht, die Wirklichkeit verliert ihre Macht. Horror kreischt im grellen Licht, mein Herz verkrampft, mein Blick zerbricht. Die Mauer kommt – zu spät erkannt, die Wahrheit sticht mit scharfer Hand. Western stauben, müde und leer, der Held verblasst, sein Glanz

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Spiegelungen

Grelle Blicke im Neonlicht, Ausstrahlung ohne wahres Gesicht. So glatt, so rein, so aufgebläht – verloren im Glanz, der sie umweht. Wir passen hier nicht hinein, nicht Teil vom Glanz, vom gold’nem Schein. Der Raum – so leer, so matt, so still, die Frauen – schön, doch ohne Will’. Sie wirken fern, sie strahlen bloß,

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Der leise Takt der Stadt

Das Pflaster dämpft den Schritt der Vielen, ein Strom aus Zeit, der uns umschließt. Wir treiben still in Zwischenzielen, solang die Nacht vorüberfließt. Die Fenster sehen ohne Blick, sind aus blind gewordenem Glas gebaut. Und was uns trägt, fällt Stück für Stück in eine Stille, die sich staut. Kein Wort, das bleibt, kein Hauch, der

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Es regnet

Wenn die ersten Tropfen die stauberfüllte Luft durchfließen, riecht man sofort, dass der Regen kommt. Segenreiches Nass, wir leben und wachsen nur mit Wasser, lass es also, Herr, erneut regnen. Manche Herrscher freilich, wollen selbst einen Regen mit Raketen schaffen. Todbringend. Wenn es aus den Wolken regnet, freuen sich die Kinder, wenn es Vernichtung regnet,

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Perfektionen

(Korrektur!) Die perfekte Sprache. Du redest kein Wort. Aber sagst nur wichtige Dinge. Und lässt die Augen reden. Mit jedem Blick. Mit jedem Traum. Mit jedem Weg. Und bist die Reise. Und bist der Hafen. Und bist das Lied. Und die Stille der Engel! Die perfekte Reise. Du liegst im Bett. Aber siehst nur buntes

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Du ist Täter

Schon seit der Geburt warnen alte Menschen, vor allem Männer, meinen Vater, dass er ja später aufpassen müsse, damit nicht eine Horde Jungs, die ich mit meinen großen Augen verzauberte, unser Haus einrisse. Später wollte ich bloß kein Pink mehr tragen, damit man mich nicht für ein schwaches Mädchen hielt, das bloß mit Puppen spielt.

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Perfektionen

Die perfekte Sprache. Du redest kein Wort. Aber sagst nur wichtige Dinge. Und lässt die Augen reden. Mit jedem Blick. Mit jedem Traum. Mit jedem Weg. Und bist die Reise. Und bist der Hafen. Und bist das Lied. Und die Stille der Engel! Die perfekte Reise. Du liegst im Bett. Aber siehst nur buntes Leben.

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Seelenschnupfen

Miese Laune oft manchen Zeitgenossen prägt, der sein Gesicht nie in freundliche Falten legt. Sich weder richtig freut noch nach Herzenslust lacht, ein Gesicht wie „drei Tage Regenwetter“ macht. Erfolgreich im Leben nur die anderen sind, er als Pechvogel keinen „Blumentopf“ gewinnt. Auch wenn dieser Mensch bei allem viel Aufwand treibt, dennoch letztendlich nur der

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Am Meer…

Am Meer… Bin gedanklich gern am Meer. Mag die Bilder immer mehr. Sehe wie die Wolken gleiten. Die meine Blicke gern verleiten. Mag Wellen die sich brüsten. Auch die Winde die sich rüsten. Ich ahne Weiten ohne Ende. Am Horizont sind keine Wände. Lausche Möwen beim kreischen. Wollen Beifall wohl erheischen. Sehe wie ein Schiff

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Artgerechte Haltung

Ein Mensch, der sich fleißig für den Tierschutz engagiert, weil ihm die bedrohte Tierwelt am Herzen liegt, oft durch unpopuläre Maßnahmen aktiv wird, hat schließlich genügend Tierelend mitgekriegt. Gegen Tierversuche er vehement opponiert, selbst ein Tier besitzt nun mal das Recht zu leben. Dass es bei Versuchen meist fürchterlich gequält wird, dürfte es ein für

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