Fast Liebe

Die Bank am Fluss ist leer. Früher saß hier der Tag mit nassen Schuhen, zerzaust vom Wind, voller Stimmen und Sommer auf nackten Armen. Jetzt: nur der Fluss. Er zieht vorbei, als wüsste er alles und müsste nichts sagen. Neben mir atmet das Holz die Hitze aus. Kein Mensch. Kein Ruf. Nur Wasser, das weitergleitet, […]

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Unter der Haut

Hoffnung, zu lange offen, wird wund. Sie sitzt unter der Haut, klein genug, um nicht entfernt zu werden, groß genug, um jeden Atemzug zu kennen. Du gehst durch den Tag mit geschlossenem Gesicht. Innen pocht etwas weiter. Nicht Zukunft. Nicht Trost. Nur diese eine Stelle, die nicht heilt, weil etwas in ihr weiter blutet.

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Gekränkte Eitelkeit

-Fiktion – Toxische Freundschaft Es ging mal wieder nicht nach ihrem Kopf. Überhöhte Erwartungen an ihn wurden bei Weitem nicht erfüllt, dabei sprach sie ihm gegenüber diese nie explizit aus. Stillschweigend ging sie davon aus, dass er diese zu erspüren, zumindest zu erraten habe. Ihre Stimme trieft vor Verachtung. Ihre ursprüngliche Katzenfreundlichkeit verkehrt sich in

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Anders

Ich bleibe nicht lange, sagt die Tochter. Der Satz stellt sich mit schmutzigen Schuhen auf den Teppich. Die Mutter nickt. Vor ihr sitzt eine Frau mit Kalender im Blick, mit einer Tasche auf den Knien, mit höflichen Händen. Aber in der Mutter rennt noch ein Mädchen durch den Flur, barfuß, klebrig vom Sommer, unsterblich vor

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Besser reizvoll als gereizt

Bei manchen Menschen man die Freundlichkeit vermisst, ihre einzige Freude schlechte Laune ist. Ihren Mitmenschen kein freundliches Wort gönnen, sich einfach nicht anständig benehmen können, aufgebracht und überempfindlich reagieren, schon bei Kleinigkeiten die Nerven verlieren. Nur die eigene Meinung sie gelten lassen, haben nicht die Fähigkeit sich anzupassen. Die Hilfsbereitschaft bei ihnen hinten ansteht, sind

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Im eigentlichen Leben

Im eigentlichen Leben wird Tätern der Schutz gegeben, der eigentlich den Opfern zusteht, bei diesen dieser jedoch ganz schnell vergeht. Im eigentlichen Leben wird von der Frage der Glaubwürdigkeit so mancher Täter befreit – vom Opfer verlangt man, dass es verzeiht. Im eigentlichen Leben erhalten die Täter nicht nur regelmäßig Speis´ und Trank… das Opfer

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Ausbeutung

Bekanntlich sind alle Menschen gleich, doch einige wenige sind gleicher. So ist nur ein kleiner Teil steinreich, die Armen werden immer zahlreicher. Während das Vermögen der Reichen steigt, man Arme gerecht zu entlohnen vergisst, kaum soziale Verantwortung zeigt, die Ausbeutung der Ärmsten unmenschlich ist. Die Bezahlung unter der Tarifnorm liegt, Gewinne stets im Vordergrund stehen.

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Das Ende einer Beziehung

Das Ende einer Beziehung Ich liebe Dich aber Du bist nicht gut für mich. Ich liebe Dich doch unsere Beziehung ist toxisch. Ich liebe Dich aber ich verlasse Dich. Ich liebe Dich aber für mich gibt es auch eine Zukunft ohne Dich. Ich liebe Dich doch Deine Liebe kam mit Bedingungen. Ich liebe Dich doch

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Beweisfoto

Du sagtest: Ich melde mich. Dann bekam dein Schweigen eine eigene Gravitation. Meine Tage kreisten darum wie kleine defekte Satelliten, die immer noch Signale senden an einen erloschenen Planeten. Später sehe ich dich auf Fotos: dein Gesicht unter Lichterketten, deine Hand um ein Glas, dein Lachen neben fremden Schultern. Da begreife ich: Ich war kein

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Auf Kante nähen

Die Zeit, die einem zur Verfügung steht, ist häufig viel zu eng bemessen, deshalb so manches den Bach runtergeht, trotz vorhandener Interessen. Ständig man rastlos durch den Alltag hetzt, weil die vorhandene Zeit kaum reicht, notgedrungen Prioritäten setzt, Unwichtiges von vornherein streicht. Doch was unter großem Zeitdruck entsteht, recht selten hervorragend gelingt, denn wenn die

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Die Frau am Fenster

Sie sitzt am Fenster, als säße sie am Rand ihres eigenen Lebens. Draußen gehen Menschen vorbei, mit Einkaufstaschen, mit Telefonen am Ohr, mit Kindern, die sich losreißen und wieder eingefangen werden. Die Mutter sieht ihnen zu. Nicht neidisch, sagt sie sich. Nur müde. Sie hat ihre Töchter lange nicht gesehen. Der Satz ist einfach, aber

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Mutlos!

Mutlos! Er steht lange wartend da. Sie steht seinem Herzen nah. Hoffentlich hat sie verzieh`n. Laternenlicht beleuchtet ihn. Gefühlte Zeit ist längst vorbei. Kirchenuhr schlägt halb Zwei. Spürt die Tränen immer mehr. Seine Schritte lenkt er schwer. Bernd Tunn Tetje

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Auf dem Teppich bleiben

Manche Menschen alles gelassen ansehen, mit Besonnenheit und Geduld ans Werk gehen. Weder Hektik noch unschönen Stress entfachen, ständig alles nur mit großer Ruhe machen. Keineswegs leichtfertig nach Höherem streben, dem Schicksal keine Chance zur Entfaltung geben, dazu bescheiden sind und nichts übertreiben, stets mit beiden Beinen auf dem Teppich bleiben. Ihr Handeln somit ziemlich

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Spurensuche

Wir zwei Wie wir schweigsam uns’re Füße In den nassen Sand eindrücken Und uns’re Spuren beinah Beiläufig hinterlassen. Was bleibt von uns, Wenn die Flut kommt? Du greifst hinein in meine Spur, Nimmst Sand in beide Hände Du fragst „Du fürchtest Die Vergänglichkeit?!“ Und steckst den Sand In meine Taschen. Wie oft wir stiegen Und

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Das achte Gebot -Du sollst nicht lügen-

Die meisten Menschen niemanden betrügen, aber ohne Bedenken drauflos lügen. Sehen die Lüge als Kavaliersverbot und werden aus Scham äußerst selten mal rot. Es gibt Menschen, die mit großem Vergnügen, das Blaue vom Himmel herunterlügen. Dabei dann stets fürchterlich übertreiben, nie auf den Boden der Tatsachen bleiben. Auch um die Konkurrenten zu besiegen, wird gelogen,

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Sommererlebnis in der Wüste

Der Chor der Grillen unter der drückenden Hitze tobt and schreit, kein Windhauch fächelt uns Kühlung zu, der stahlblaue Himmel verscheucht alle Wolken und die Sonne hat ein leichtes Spiel. Wir ziehen uns hinter die vier Wände zurück, Klimaanlage unablässig brummt die ganze Nacht. Es könnte eines Tages das Wasser uns ausgehen, dann wandern wir

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Auffallen durch Fehlen

Wer mit Ausdauer und Fleiß von sich reden macht, hat es zu einem bekannten Menschen gebracht. Dieser hält nicht zuletzt mit seinem Intellekt, sein Schaffen für gekonnt und nahezu perfekt. Alles was er immerzu auf die Beine stellt, sehr gut findet und damit positiv auffällt. Dennoch die Lebenspraxis keineswegs verhehlt, gut ist ein Mensch nur,

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Die Sonne über der Lücke

Im Kindergarten riechen die Tische nach Kleber, Apfelsaft und kleinen Entscheidungen. Heute malt jedes Kind seine Familie. Sie malt zuerst sich selbst. Ein Kleid aus Rot, zwei Beine, die den Boden suchen. Dann Mama. Dann den Bruder. Dann das Fenster. Dann ein Haus. Neben dem Haus bleibt Platz. Genug Platz für einen Körper, für Haare

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Um keinen Spruch erlegen

Mancher kann sich auf jedem Parkett bewegen, ist hierbei um keinen coolen Spruch verlegen. Mit lockeren Smalltalk-Themen begeistert plauscht, so dass man sehr aufmerksam seinen Worten lauscht. Er sich stets von der charmantesten Seite zeigt, doch wenn es sein muss, auch hin und wieder mal schweigt. Großen Humor dieser Mensch immerzu beweist, Witze und Sprüche

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Aspekte der Feigheit

Wenn ein Mensch sich sehr feige verhält, es vielen Mitmenschen arg missfällt, sie ihn als Versager betrachten, sein Handeln allgemein verachten. So wird häufig feiges Geschehen, äußerst negativ angesehen, für das jegliches Verständnis fehlt, denn nur mutiges Verhalten zählt. Doch auch ein positiver Aspekt, durchaus im feigen Verhalten steckt. Wendet man die Feigheit geschickt an,

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