Beratung der Schneegänse

Die arktischen Schneegänse verließen Flur und Feld. Sie hatten offenbar beschlossen: „Hier ist es doch zu kalt für Welt.“ Der Wind war streng, der Teich war hart, der Bauer murrte leis. Da sprach die Gans: „Man reist, bevor man ganz vereist.“ Sie ordneten sich schnatternd ein, in wohlerprobter V-Formation. „Der Frühling kommt? – Mag sein. […]

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gleich alt

Meine Puppe ist in die Jahre gekommen. Sie sitzt am Fenster im Sonnenlicht. Verfilzt das Haar, ein Auge erlischt. Doch hat ihr die Zeit nicht das Lächeln genommen. Ihr Kleid ist müde – Motten fraßen dran. Die Säume dünn, der Stoff schon zernagt. Er hat sich stumm durch die Jahre geplagt. Das Kleid hält trotzdem,

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Don Enno im Licht.

Don Enno sitzt im Licht, klein von Maß, groß von Selbstverständnis. Der Körper ruht, der Blick bleibt. Er trägt keinen Ernst, er ist ruhig. Das Maul offen, nicht zum Biss, sondern zum Loslassen. Was nach Angriff aussieht, ist Müdigkeit. Was nach Stärke riecht, ist Vertrauen. Don Enno stellt sich nicht dar. Er ist da. Auf

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Du wusstest es

Als ich dich sah, verstummte mir das Wort, als hätte sich die Zeit in dir verdichtet. Ein Augenaufschlag: ich ergab mich dir sofort. Du hast mein Herz mit deinem Blick belichtet. Ich stand und wusste nicht mehr, wer ich war, nur dass dein Blick mich durch und durch erkannte. So nah warst du, und doch

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Die Leihgabe

Die Leihgabe Gott sprach: „Hier, ein Garten – klein, doch mein, dieses Kleinod will ich euch reichen, pflanzt, pflegt, wandelt weise, erkennt das Geschenk, die Gabe aus Gnade.“ Der Mensch nahm – in Eile, griff mit gieriger Hand, baute Mauern, schuf Maschinen, Grenzen, Waffen, Beton. Vergaß das Lied der Erde, verlor den Blick fürs Ganze.

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Goldene Schatten

Geld rinnt wie Wasser durch die Hand, glänzt einen Augenblick – wird Sand. Es lockt mit Träumen, schrill und grell, doch bleibt im Kern nur flüchtig, schnell. Man jagt ihm nach, verliert die Spur, vertauscht die Freiheit gegen die Uhr. Das Konto wächst, das Herz wird klein – wie kann Besitz nur Befreiung sein? Die

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Warten auf den Morgenwind

Am ersten Hauch des Tages stand ich am stillen Meer. Die Nacht verließ ihr dunkles Lager, und ihre Last war nicht mehr schwer. Ich warte auf den neuen Himmel, auf Wege, die noch unbenannt, auf Wellenlicht, das neu nun schimmert und Sonne, die mich wiederfand. Spürst du, wie sich die Welt erhebt, wenn leise Frühling

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Hände im Zwielicht

Ich träumte Nächte voller Klang, von Stimmen, laut und lebenslang. Doch draußen hör ich Schritte gehen, die Straßen beben, Städte stehen. Die Nachrichten verkünden: „Alles gut“, doch irgendwo noch brennt die Glut. Zu viele Menschen, leer und kalt, die Seele sucht nach festem Halt. Dies ist das Land aus Licht und Schatten, wo wir uns

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Partybesuch

Auf einer Party man meist Leute entdeckt, die „genussvoll“ essen, was ihnen nicht schmeckt, außerdem mit anderen konferieren, obwohl diese sie nicht interessieren. Dabei es sich größtenteils um Themen dreht, von denen keiner das Geringste versteht. Auch wenn man sich rein gar nichts zu sagen hat, finden die ausgiebigsten Gespräche statt.

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Hoffnungen

Dichter vereinigt euch, die Welt gehört der Menschheit, Künstler malt gemeinsam, und ihr Musiker spielt das Lied von unserem Morgen. Schreiben wir alle die alten Worte gegen dunkle Mächte, finden wir uns zusammen in neuen Gedichten, sprechen wir gemeinsam, denn die Wahrheit bahnt sich immer noch einen Weg durch das Dickicht all dieser Lügen, Freiheit

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Umami

In Mimik deiner Augen Drehen Gedankenkarussele die Körpersprache emotionaler Explosionen. Wie am Meer nur mit einem Zwinkern das Blinzeln von der Sonne hinterlassen, mach die Augen zu oder tauche in die Wassertiefe, Wie die Früchte für Sekunde ihren Saft auf der Haut verlassen, Wische weg oder falle in die Zitronensäure, Ob Zitronen süß sein könnten

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Der Poet

Im Rinnsal der Zeiten, in Träumen versenkt, lauscht er dem Flüstern, das niemand erkennt. Ein Tropfen aus Dämmer, ein Funken aus Nacht – er trägt sie ins Lied, das heimlich erwacht. Er webt aus dem Schweigen ein zartes Gespinst, aus Schatten der Seele, aus Staub alter Wege. Er horcht auf das Wispern der Welten im

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Schatten im Glanz

Der Asphalt atmet die kalte Nacht, während die Stadt im Lichte erwacht. Ein Schatten kauert stumm im Wind, wo alle Hoffnungen verloschen sind. Sie bittet leise nur um ein Wort, doch jeder scheucht sie wieder fort. Man hastet weiter, den Blick verbrannt, als hätte man sie nie gekannt. Das Fenster glänzt im warmen Schein, man

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Mystische Uhren

Hindurch getanzt Weit hinter die Uhren dieser Zeit Bereit fürs andere Dasein In dem erfülltes Leben auf sie wartet Auf der Bühne Vordergrund Der Magier, verzaubert er das Publikum Mit seiner Show der mystischen Uhren Öffnet sich die Tür zur anderen Dimension Ein Blick ins Unbekannte mit Erstaunen So tanzt auch das junge Paar Auf

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Meerweh

Häng dein Haar in den Salzwind. Nichts duftet besser als Meer. Barfuß im Sand wie ein Kleinkind lauf‘ den Wellen hinterher. Es spritzt und zischt und tost und schäumt. Davon hast du schon lang geträumt. Du fühlst dich neu, fast schaumgeboren. Du hast dein Herz an das Meer verloren. Geheimnisvoll und wunderschön, so sollen dich

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Sofortiges Handeln

Er lebt ohne jeden Frust, mit enormer Lebenslust, zwar fällt ihm nicht alles leicht, hat dennoch sehr viel erreicht. Als ständiger Optimist, seine Zweifel schnell vergisst, nicht stets alles zu schwarz sieht, sich lieber richtig reinkniet. Dieser Mensch sein Bestes gibt, nichts auf die lange Bank schiebt, niemals lauthals debattiert, sondern schnellstens reagiert. Sofort zu

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Sprachlos

Ich vermiss Dich ohne Frage, nicht nur heute- alle Tage. Hast weiter einen Platz in mir, wenn ich auch viel verlier. Du bleibst im Hier. Ich vermiss Dich ohne Frage, nicht nur heute- alle Tage. Wenn man mich fragt: Wieso bloß? Macht mich das ganz sprachlos! Ich vermiss Dich ohne Frage, nicht nur heute- alle

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Gedanken ans Feuer

Zündet wortlos ein kleines Feuer an, nicht größer als eine Handfläche – still, warm, lebendig. 🔥 Kein Wind, kein Lärm, nur das sanfte Knistern von trockenem Holz, das sich langsam in Glut verwandelt. Siehst du das Flackern? Es tanzt nicht für uns, es tanzt nicht gegen uns. Es tanzt einfach, wie das Leben. Ich lege

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Im Vorraum des Glanzes

Wir rauchten einst den Nebel der Flucht, verloren im Schweigen der inneren Sucht. Heut trinken wir bitter, was gestern begann, vergessen als Trost, so gut man es nur kann. Wir drehen uns weiter im Karussell der Mode, getriebene Träumer im flackernden Code. Was glänzt, wird begehrt, was still ist, verliert, ein Spiel, das sich selbst

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Gefangen

Gefangen aufstehen und weitergehen leichter gesagt als getan ich versuch es immer wieder doch irgendwann fehlt auch mir der elan hab keine kraft mehr zu schweigen und still zu hoffen will wieder glücklich sein und lachen doch erst bei dir mit der tür ins haus krachen dir alles sagen was ich so lange unterdrückte jeden

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