Hymne für Gisèle

Man tat dir an, was Sprache sprengt, was selbst die Nacht kaum tragen kann. Man hat kein Mitleid dir geschenkt. Dein Schänder war der eigne Mann. Man schlich wie zu geheimem Fest, betäubte dich im Schutz der Nacht. Die Untat stand für jeden fest, und dennoch hat er mitgemacht. Doch du hast dich nicht still […]

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Drohende Worte

Hexenschuss und Donnerschlag, eingeklemmte Nervenbündel, Muskelzerrung, und schon will der Körper nicht mehr was ich so will. Schmerzensstöße blitzen durch den Raum, Angst macht sich breit vor jeglicher Bewegung, elektrische Schocks feuern Wellen ungeahnt, Teufel noch mal da ist ja etwas unbekannt, macht sich als Schmerz bemerkbar. Ruhemomente bieten kurze Erholung, lass die Nerven allein,

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Hommage an Dieter Rußler

Danke, Dieter — Stimme vor dem Tor, dein Ruf ging weit und klang im Chor. Wo Druck entstand und Gefahr sich ballte, warst du der Ruhepol, der Ordnung entfaltete. Mit sicherem Blick hast du die Kette geführt, laut nach vorn und zurück kommandiert. Wenn Flanken scharf durch den Strafraum zogen, bist du entschlossen den Bällen

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Nachgesang

Die Spieluhr klingt, als wär‘ sie müd‘ vom Leben. Die Ballerina dreht sich leis im Raum. Sie wird niemals wie and’re Tänzer schweben. Das Schweben bleibt ihr unerreichter Traum. Ein feiner Staub legt sich auf ihre Kreise. Die Melodie wird leis‘, ein dünner Klang. Sie dreht sich stumm in immer gleicher Weise, als sei ihr

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Hymne für Gisèle

Man hat dir angetan, was Sprache sprengt, was selbst die Nacht kaum tragen kann. Man(n) hat kein Mitleid dir geschenkt. Dein Henker war dein eig’ner Mann. Sie kamen wie zu einem Fest, im Schutz der Tür, im Schutz der Nacht. Und jeder wusste, was er tat, und hat dennoch mitgemacht. Doch du hast dich nicht

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Tschüss

Ich hätte dich doch küssen sollen. Der Tag war wirklich schön gewesen. Ich wollt, ich könnt‘ Gedanken lesen. Jetzt bleibt mir nichts, als dumpf zu schmollen. Hast du denn auch mich küssen wollen? Der Wein war herb und auserlesen. Wir haben Gedichte vorgelesen. Ich wollte dich nicht überrollen. Du machtest es mir nicht so leicht.

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So

Du liebst leise, wie man die Tür schließt, damit das Kind nicht aufwacht. Wie man Tee noch einmal warm macht, ohne zu fragen, ob es sich lohnt. Du fragst nicht viel. Du drängst nicht. Du bleibst. Die Angst verliert ihr Gewicht, und die Nacht wird bewohnbar.

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Die Piratin in der Taverne II

Die sehnliche Taverne war voll von linden Mäusen. Sie liefen doch drinnen wie die Zaubergeister herum. Man spürte den Geruch von der toten, sanften Ratte, die eine falbe Katze zu fangen schien, heute früh. Das Spinnennetz schmückte doch die zierliche Taverne. Eine Spinne schlief unendlich, wie ein Uhu, ruhig. Ein Papagei sehnte sich nach mancher

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Aufbruch aus der Stille

Der Stein in deiner müden Brust war einst so schwer wie dunkle Lust. Doch weicht er nun dem Licht des Tages, das still erscheint am Rand des Hanges. Die Hülle, kalt und einsam, schwer, zerbricht und gibt die Wege frei. Sie hält dich nun nicht mehr, die Zeit der Starre ist vorbei. Die Schatten, die

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Nach dem Applaus

Ich bin kein Clown. Mein Lachen jongliert mit Wahrheiten, die zerspringen wie Glas. Mein Gewand aus Rauten raschelt leise wie Kulissenstoff, der nicht mehr an Wunder glaubt. Auf meinen Schuhen Staub von tausend Abenden, während draußen die Welt zerfällt. Unter der schwarzen Maske ein Blick, der zu viel gesehen hat. Ich trete hinaus, gebe euch

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Fest im Leben stehen

Er steht fest im Leben und sich bemüht, jederzeit vor Fleiß und auch Ehrgeiz sprüht, kommt trotz dieser Tugenden nicht voran, somit keinen Erfolg verbuchen kann. Pech und Misserfolg ihn stets begleiten, ständig Kummer und Ärger bereiten. Jegliche Lebensfreude nun mal fehlt, die normalerweise zum Standard zählt. Da dieser Mensch sich recht sparsam bewegt, grundsätzlich

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Die Piratin in der Taverne II

Die sehnliche Taverne war voll von linden Mäusen. Sie liefen doch drinnen wie die Zaubergeister herum. Man spürte den Geruch von der toten, sanften Ratte, die eine falbe Katze zu fangen schien, heute früh. Das Spinnennetz schmückte doch die zierliche Taverne. Eine Spinne schlief unendlich, wie ein Uhu, ruhig. Ein Papagei sehnte sich nach mancher

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Humor als Schutzschild

Ein Mensch immer im Reinen mit sich lebt, obwohl der Misserfolg oft an ihm klebt. Mancher von oben herab auf ihn schaut, ihm selten mal Positives zutraut. Wird zudem von einigen arrogant, äußerst beleidigend „Loser“ genannt. Bei alledem er sich weder beklagt noch seinen Kopf hängen lässt und verzagt. All dieses Unrecht er locker wegsteckt,

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Das Wunder aus der Frühlings Erde des Frühlingsweg

Es war Zuhause nahe dem Teich die Wolken hoch am Horizonte gleiten, vom Kirchturm laut erscholl verheißungsreich mit süßem Ton das Kirchturm läuten. ————————– Wie schmelzend` Silber glitzert Teich – einher zwei Enten schwammen auf des Teiches Spiegel, ein Elsterpaar flog durch das Lüfte Meer im Taktschlag ihrer schwarzen Flügel. ———————— Entfesselt scheint des Frühlings

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Die versperrte Tür (1968)

Ein Sommer in Unruhe, die Welt stand in Brand, der Prager Frühling erschütterte fern jedes Land. Er war neunzehn Jahre, ein Talent ohne Maß, doch in der grauen Kaserne herrschte Befehl – ohne Rast. Ein Ausgang verboten, die Vorschriften waren klar, doch Funktionäre drängten: „Das Spiel ist heut’ da.“ Er ging und er spielte, vom

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„Briefwechsel“

Im Winter schrieb ich dir, zutiefst verliebt. Ich fühlte mich so unwahrscheinlich gut. Dass du nicht nah warst, hat mich zwar betrübt – doch jeder Satz war hell und voller Mut. Im Frühling schrieb ich dir mit einem Hauch von Grün. Die Welt war plötzlich leichter, fast wie neu. Ich sah die Knospen in den

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Ball der Irren

In dieser fahl erleuchteten Stunde wiegen wir uns wehrlos, dem Charme der begehrlichen Musik ergeben, schmiegen wir uns schwerelos an eine mühselig gewundene Melodie. Dieser regelmäßige Rhythmus tut uns gut in erschütternden Zeiten. Er hält uns bei Laune. Er hält die Stimmen weich. Er hält die Katastrophen auf Abstand. Wir tanzen, als ließe sich alles

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Gescheiterte gut Vorsätze

Man hatte sich einiges vorgenommen, doch wieder mal ist es anders gekommen. Die gefassten Vorsätze für dieses Jahr, wurden schon Ende des Monats Februar, gewaltig nervend und somit unbequem, demzufolge zu einem echten Problem. Ganz allmählich man sie fortzusetzen mied und schließlich zum Teufel zu jagen entschied. Bei diesem allerdings recht peinlichen Ziel, hatte ein

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Der Mann der Gegenwart

​Ob du’s glaubst oder nicht – es ist längst geschissen auf dich. Du redest von Ehre und Licht, doch sie sehen in dir – nur Bericht. ​Deine Geborgenheit – als trivial gesehen, du sorgst allein für ihr Wohlergehen. In ihrer verleugneten Realität deine Leistung in Vergessenheit gerät. ​Als Funktion dienst du fremdem Sinn und fremden

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