Flammen der Gleichgültigkeit

Die Welt steht schief, ein Draht steht unter Strom, ein falsches Wort – und alles steht in Brand. Die Nachrichten sind laut, doch ohne Ton, weil jedes Bild im schnellen Scrollen verschwand. Die Straßen sind voll, doch keiner hört das Wort, die Stimmen verhallen im digitalen Rauschen. Wir streiten im Netz, doch verändern kaum den […]

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Die angepassten Mücken

Mücken zu den lästigen Insekten gehören, weil sie als Blutsauger Menschen beim Schlafen stören. Außerdem Menschen oft besorgt darüber klagen, dass diese Viecher auch Krankheiten übertragen. So werden sie letztlich als blutrünstig gesehen, deshalb auf der Liste des Kammerjägers stehen. Doch die Mücken könnten ihr Image aufpolieren, sich mit den Menschen einfach geschickt arrangieren, so

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Überraschung

Blick in den Spiegel ein fremdes Gesicht, er runzelt die Stirn, ich wundere mich, am Bart zupfend merke ich entsetzt, er folgt mir nicht, kurz die Augen geschlossen, er ist noch immer da. Oder bin ich es selbst, als Spiegelbild, ein Fremder unter all den Bildern, ein Freund ganz unbekannt, noch ein Blick, vielleicht finde

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Schweigen der Laternen

Die Nacht legt ihr Ohr an Beton, zählt Atem, der zwischen Mauern zerbricht. Ein fernes Leuchten hält stur seine Position, wie ein Gedächtnis aus flackerndem Licht. Ich gehe durch Straßen, vom Tag noch bewohnt, wo Asphalt die Hitze der Stunden noch kennt. An Kreuzungen stehen Laternen geklont, wie Fragen aus Glas unter dem Firmament. Gesichter

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Fragen an den Glauben

Ich bin ein Mensch, der gerne hört, was andre glauben, was sie stört. Inmitten stiller Stadtgeräusche traf ich Missionare, freundlich und leise. Sie sprachen warm, in sanftem Ton, von Gottes Reich, von Himmelslohn. Von Jesus, der uns stets begleitet, von Liebe, die durchs Leben leitet. Ich hörte zu, mit offnem Sinn, doch merkte bald: ich

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Die Uhr der Erde

Siehst du den Schnee, wie leise er fällt, ein Schleier sinkt auf diese Welt. Dein Weg ist weit, das Ziel noch fern, die Zeit verrinnt wie Licht im Stern. Die Wälder sterben, Blatt für Blatt, die Uhr der Erde wird nicht satt. Sie zählt nicht mehr, sie läuft zurück, ihr Takt verstummt – verlor’nes Glück.

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Steine

Laut Stifter sind es bunte Steine, der Geologe sieht das ganz anders, der Wanderer stolpert über sie hinweg, und die Spinnen huschen fort in ihre Spalten. Steine als Hindernisse, Steine als gute Freunde, bauen wir eine Mauer aus den Feldsteinen, manche glitzern bunt, andere schweigen stumm, ihr Alter ist sehr unbestimmt, sie stammen gewiss aus

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Dinghaftigkeit

Unsere Freunde helfen uns jeden Tag, wir kennen sie bloß nicht gut. Maschinen ohne Namen, unermüdlich, fleißig bereit. Wir verlassen uns beständig auf sie und sollten uns auch um sie kümmern. Mein Fahrrad hat einen Namen, ich bedanke mich für seine Dienste. Das Auto fährt zuverlässig und verdient bestimmt unsere Anerkennung. Der Rechner beginnt meinen

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Die optimale Rede

Eine gute Rede zu verfassen, ist bekanntlich keineswegs sehr leicht. So muss der Vortragende aufpassen, dass er nicht mal vom Thema abweicht. Die Rede meist hervorragend gelingt, viel Lob und Anerkennung verbucht, wenn der Redner alles auf den Punkt bringt und niemand vorab das Weite sucht. Jede Rede an Erfolg gewinnt, sobald zwei Merkmale überwiegen,

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Die Fastenzeit

Nach der karnevalistischen Fröhlichkeit beginnt am Aschermittwoch die Fastenzeit. So wurde folglich nicht mehr so ungehemmt, feucht fröhlich geschluckt und vom Feinsten geschlemmt. Aber heutzutage man anders fastet, sich beim Fasten alternativ belastet. Computerspiele auch mal außen vor lässt, Mitmenschen nicht durch „Daddeln“ am Smartphone stresst. Auch die „Fernsehzapperei“ wird reduziert, hierdurch man etwas weniger

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Schweigen

Wir sagen einander wenig. Manches, weil es nicht mehr nötig ist. Manches, weil wir es nicht mehr finden. Das Schweigen hat sich eingerichtet, fragt nicht nach Erlaubnis. Es bleibt, weil wir es dulden. Sätze liegen wie unbenutztes Besteck in der Schublade der Jahre. Wir verstehen, miteinander zu schweigen und übersehen dabei, was gesagt werden müsste.

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Die Reue

Der Mensch ist von Natur aus gut, aber Unrechtes dennoch tut, Rechtsempfinden ihm häufig fehlt, nur der eigene Vorteil zählt. Hierbei er die Moral vergisst, weil sie für ihn nicht wichtig ist und großen Egoismus zeigt, die Wahrheit manches Mal verschweigt. Da in ihm das Gute lauert, er sein Handeln oft bedauert, weil das Gewissen

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I bin gar, nix aber richtig

Bei mir merkt jeder ziemlich schnell, mei Dialekt isch ganz schpeziell. Bin i verreist, dann kommt sofort: „Wo spricht man so? Wo liegt der Ort?“ In Bayern, kommt´s mir erscht in Sinn, doch wenn i in d´r Hauptstadt bin, merk i´s und hör´s an jedem Eck, von „bayrisch“ bin i ganz weit weg. Guat, dann

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Armer Tropf

Wer sich oft einen hinter die Binde gießt, Hochprozentiges immer in Strömen fließt, schneller als er denkt, seinen Verstand versäuft, im Leben kaum noch was wie geplant verläuft. So ist sein Abstieg schließlich vorprogrammiert und seine Gesundheit im Nu ruiniert, Ist im Grunde genommen ein armer Tropf, tat tatsächlich Korn im Blut und Stroh im

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Ein bekanntes Genie

Er ist ein bekanntes Genie, mit enormer Geisteskraft, dazu gepaart mit Akribie, häufig Unmögliches schafft. Als Überflieger man ihn sieht, für dem Probleme fremd sind, der jedes Vorhaben durchzieht, sogar „ohne Rückenwind.“ Bevor mal jemand arg verzagt, weil er nichts gebacken kriegt, das Genie um Ratschläge fragt, hiermit dann goldrichtig liegt. Selbst ein Genie mal

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Mitteilungssüchtig

Eine mitteilungssüchtige Person, etwas geheim zu halten nicht schätzt. Sich ohne jegliche Diskretion, über Vertrauliches hinwegsetzt. Häufig sie dann platzend vor Wichtigkeit, Dinge zu verraten nicht zaudert. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit, munter aus dem Nähkästchen plaudert. Diese Person einfach alles verrät und grundsätzlich nichts für sich behält. Bringt manch einen in echte Schwulität, ihn

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Bleib doch

Wie Lippen, die sich fast berühren, wie ein charmantes Lächeln im Vorübergehen, wie ein süßer Duft, den wir im Abgang spüren, wie ein zu kurzes, scheues Wiedersehen ist das gnadenlose Davongleiten der Zeit. Dies einfach hinzunehmen war ich nie bereit. Sekunden blühen auf und fallen zusammen. Was schön war, tat so weh im Gehen. Ich

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