Flatulentia vernalis

Flatulentia – der Lenz ist wieder da, er sprengt den Ernst wie Knospen alte Rinde; was festgefügt schien, lockert sich im Winde, und selbst das Strenge beugt sich plötzlich: ja. Ein leiser Ton, so schlicht, so sonderbar, durchzieht den Raum wie erste Frühlingswinde; er wirkt, wo keine große Rede binde, und macht aus Pflichtgemeinschaft Menschen […]

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Trampen

Mein Auto streikt, der Motor ist tot, ich steh am Straßenrand, in großer Not. Ich wollt nur fort, ein kleines Stück, doch bleib ich hier – mir fehlt das Glück. Seit Stunden halt ich mich bereit, doch keiner schenkt mir Aufmerksamkeit. Die Wagen rauschen einfach fort, für mich gibt’s keinen Zufluchtsort. Der Regen nässt mich

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Das Leben läuft weiter

Ich kam zur Firma mit Hoffnungen groß, voller Mut – doch der Weg, er verlief recht famos. Bald stürzte ich mitten ins Spiel hinein, die Methoden dort – sie waren gemein. Ich denk noch oft an manches Gespräch, an Versprechen, an Lächeln – doch vieles war schräg. Man merkt sehr schnell, was wirklich zählt: Loyalität

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Sonett an den Mai

Wenn Maienlicht die stillen Felder weckt, und Morgentau auf jungen Wiesen ruht, wird neu, was lang im Winter war verdeckt, und leises Grün durchströmt die Welt mit Mut. Der Wind bewegt die Äste sacht im Hain, die Lerche hebt sich singend in das Blau; es scheint, als kehre alles Licht nun heim im milden Glanz

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Meine Maienzeit

Der Maien zeigt des Frühlings Pracht, wenn junge Stimmen fröhlich klingen; die Erde ist vom Licht erwacht, und milde Winde Lieder bringen. Durch Gärten zieht ein süßer Duft, der leis die alten Zeiten streift; und über Wald und klarer Luft wird neues Leben still gereift. Die Wiesen stehn im Blütenkleid, der Morgentau glänzt auf den

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Frühlingswechsel

Die Sonne scheint, der Lenz, der weint, weil Wolken durch die Himmel ziehen; doch selbst, wenn sich der Tag verneint, beginnt das erste Grün zu blühen. Der Regen fällt auf Feld und Baum, der Wind streift kühl durch junge Triebe; und dennoch wächst im stillen Raum das Leben weiter aus dem Lieben. So trägt der

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Hand aufs Herz

Ich begreife vieles nie: Warum etwas kommt. Warum etwas geht. Warum manches erst weh tut und später eine Tür wird. Manchmal reicht ein Traum, um den Blick ein wenig zu drehen. Manchmal eine Erinnerung, in der das Kind von damals noch immer barfuß durchs Licht läuft. Vielleicht hat Sinn keine große Stimme. Vielleicht legt er

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XS der Emotionen

XS der Emotionen Die wahre Vorbereitung auf den Sommer oder das Meer passiert weder im Kleiderschrank noch im Fitnessstudio, sondern im Inneren des Nervensystems. Warum spricht niemand zuerst darüber — den eigenen Zustand vor dem Sommer in Ordnung zu bringen und dieses Gefühl freudiger Erwartung einzufangen? Der Marathon aus „noch schnell abnehmen“, „noch schnell die

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Der Segler im Schatten

Du nennst dich einen Schiffbruch, ein verlorenes Gut, dir fehlt für die Brandung der Trotz und der Mut. Die Segel sind grau und vom Nebel beschwert, du glaubst, dass kein Stern dir die Heimkehr gewährt. Dein Geist ist ein Garten, doch voller Gestein, du schließt dich in Mauern aus Grübelei ein. Was andere erreichen mit

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Nicht ganz, aber wirklich

Niemand kann in meinem Bewusstsein wohnen. Auch die Liebe kennt nur die Tür, nicht den Raum dahinter. Der Schmerz selbst spricht keine gemeinsame Sprache. So leben wir: eingeschlossen in unserer eigenen Wahrnehmung. Vielleicht ist Liebe nicht das Überschreiten der Grenze des anderen. Vielleicht ist sie die Achtung vor dem Unzugänglichen. Wir kommen allein. Wir gehen

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Der Stern

Der Treppe fehlt eine Stufe. Die eine Stufe zum Leben. Die eine Stufe zur Erkenntnis. Die eine Stufe zur Kunst. Die eine Stufe zur Liebe. Morgens war die Stufe einfach weg. Und keiner weiss was diese Stufe war. Ich denke, diese Stufe war der Mut. Und der Wille den Traum zu leben. Dem Haus fehlt

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Unmotivierter Morgenmuffel

Er ist ein Mensch, der häufig die Nacht zum Tag macht, dann des Morgens regelmäßig zu spät aufwacht. Und auch als Rache für den Alkoholgenuss, einen fürchterlichen Kater ertragen muss. Folglich nun unausgeschlafen den Tag beginnt, Müdigkeit und schlechte Laune Begleiter sind. Es ruhig angehen lässt und sich kaum schindet, meist nur sehr schwer im

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Reden ohne Worte

Man kann auch durch Schweigen Wichtiges sagen, den Mitteilungsdrang einfach zurückstellt und so in besonders kritischen Lagen, hin und wieder auch mal seinen Mund hält. Denn nach einer weisen und cleveren List, Schweigen oft Reden ohne Worte ist.

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Der Baum und sein Ende..

ein Baum nicht mehr grün und träge, wartet auf den Mensch mit der Säge, einige Vögel haben es schon geahnt, mit ihrem Ruf Andere davor gewarnt, der Maulwurf ist auch auf der Flucht, sucht Schutz am Bach in der Schlucht, die Fische sehen das ganz erstaunt, der Angler ist gleich schlecht gelaunt, Ameisen wollen jetzt

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Wiedersehen

Damals, als wir uns geseh’n, waren die Tage wunderschön. Zurückzukehren versprachst du mir. Kommst du? Am selben Ort ich heute steh‘, mich frage, ob ich dich bald seh‘. Kommst du? Erinnerungen werden wach: der Baum, die Bank, der kleine Bach. Kommst du? Weiß noch, wie hell die Sonne war; sie glitzerte in deinem Haar. Kommst

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Die Legenden!

Die Legenden… Gleiten in die graue Wand. Sie fahren in anderes Land. Tiefe Stille fängt sie ein. Mystik kann so düster ein. Nebelhorn bläst ein Signal. Diese Fahrt wirkt ohne Wahl. Spannung liegt in der Luft. Dieses Grau mit Eigenduft. Träge liegt der Nebel schwer. Die Legenden wollen mehr. Bernd Tunn Tetje

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Asyl im Jetzt

Die Stunden liegen still wie leere Räume, ich falle aus den Fugen meiner Träume. Ein Wind reißt mich aus allem, was ich lerne und trägt mich fort in namenlose Ferne. Ich treibe durch ein Meer aus lauten Tagen, die Stimmen branden, ohne mich zu fragen. Die Welt wird groß, zu groß für meinen Schritt, denn

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Morgenstunde

Ein Hase schnuppert im Vorgarten und lauscht mit seinen großen Ohren. Die Sonne will noch nicht so ganz sich einen Weg durch die Wolkenhülle befreiend bahnen. Die Hundebesitzer führen ihre Tiere aus und erfreuen sich an der morgendlichen Frische, und dies im Monat Mai. Die Zeitungen berichten von der ukrainischen Front, und in der Straße

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Träumerisches Asyl

Die Uhr in mir steht still und schweigt, hat sich der Zeit längst abgeneigt. Ich treibe haltlos, ohne Ziel, verloren in des Daseins Spiel. Ein Sturm hat mich hinausgetragen, ließ keine Antwort auf mein Fragen. Er warf mich weit ins weite Meer, wo Anfang endet – und nichts mehr. Die Wellen flüstern Ewigkeit, verschlingen Luft

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