Stillstand

Die Stadt hängt schwer im gelben Dunst, kein Takt mehr, der das Blut bewegt. Verblasst ist längst die alte Kunst, die uns durch matte Tage trägt. Wir warten auf ein hartes Wort, das durch die Stille schneidend spricht, an diesem stumpfen, leeren Ort, bis endlich wieder Morgen bricht.

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Ode an das Ungewisse

So oft lag ich des Nachts im Bett, nicht wissend, warum Gevatter Schlaf mein Gemüt nicht in Ruhe versetzt. So stand ich auch, um nach den Sternen zu sinnen, ob sie mir Nachricht von meines Liebsten Befinden bringen. Doch keine Schnuppe sah ich des Nachts vorüberjagen. Da wurde mein Herz kalt und schwer und begann

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Symbiose

Symbiose Da ist ein Suchen in den Bildern, ein Geheimnis in jedem Satz. Nur ein Gefühl, das sich entfaltet, und zwischen den Zeilen … enthüllt ein Schatz. Gehört hab ich schon viele Worte und vernommen manchen Klang. Führen die Gedanken an entlegenste Orte, tragen goldenes Licht und Gesang. So möcht man glauben, es sei nur

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Herbst – Nach Übermaß

Die Blätter fallen nicht aus Schwäche, sie lösen sich aus Übermaß; wer festhält wider seine Fläche, verliert am Ende mehr als Maß. Was reift, beginnt sich abzugeben, nicht aus Verlust, vielmehr aus Sinn; denn alles volle, drängend Leben strebt irgendwann nach außen hin. Der Baum bewahrt nicht durch Behalten, er ordnet sich durch stillen Schnitt;

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Mitternacht am Bach

Um Mitternacht, wenn still der Atem ruht, zieht sacht ein Bach durch dunklen Wiesengrund, als trüg er fort, was schwer im Innern tut, und spräche leis: „Die Nacht macht alles kund.“ Ein kühler Hauch streift sanft das müde Herz, der Mond legt still sein Silber auf den Lauf, und was noch pocht von altem, leisem

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Mit allem von gestern

Gestern steckt mir noch in den Knochen nicht nur als Erinnerung, mehr als Gewicht, als feiner Staub in den Kammern des Herzens, den selbst das Licht nicht fortnimmt, sondern sichtbar macht. Ich gehe nicht leer in diesen Morgen. Ich trage die ungesagten Worte, die Blicke, die geblieben sind, die Liebe in ihrem verstummten Kleid und

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Das Elfenbeinhaus

Ein Aufstieg, kühl wie polierter Marmor, kein Atem der Fabel, kein Herzschlag aus Traum. Ein gläserner Fahrstuhl zieht lautlos hinauf, ein Schuss durch die Etagen der Stille, während Seile aus Schuld in der Tiefe beben und tragen, was keiner mehr sehen will: Leben. Dort oben erheben sich Türme aus Glas, Säle, gedehnt wie vergessene Zeit.

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Unsere Jungfrau

Die Mutter Gottes hat schon so manchen, die gar nicht glauben wollten, mirakulös geholfen. Die Schutzmantelmadonna umgreift uns alle groß und klein und gewährt uns Hilfe. Ein wenig Demut angesichts der unendlichen Dimension jenseits aller physischen Grenzen kann überhaupt nicht schaden. Meine Mutter war immer für mich da bis zu ihrem Tode. Nun brauche ich

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Vom Getragensein

Je älter ich werde, desto leiser wird der Irrtum, ich hätte hier das Sagen. Ich habe Pläne gemacht, aber das Leben trat nie durch die Tür, die ich ihm offenhielt. Es kam ungefragt. Es nahm Platz. Es liebte mich für eine Weile. Es verließ mich ohne Erklärung. Ich lerne langsam, mich tragen zu lassen von

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Die Rose fiel…

Die Rose… Gefühle sangen keine Lieder. Gaben nur noch Pflichten wieder. Die hellen Wolken wurden grau. So manche Gesten wirkten flau. Die Liebe nicht mehr spürbar war. Beziehung wurde nüchtern klar. Es verschwamm der Beiden Ziel. An einem Tag die Rose fiel. Bernd Tunn Tetje

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Der Kandidat

Du redest viel, doch leer ist dein Wort, ich wähl dich nicht – zieh weiter fort. Du suchst nur List, du willst nur Macht, dein Lächeln trügt, dein Glanz ist Nacht. Als König trittst du auf die Bühne, mit stolzem Blick und leerer Miene. Hinter deiner Glanzparade liegt Gier, die Täuschung deiner Worte spür ich

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Noell und ihre Liebe

Noell, du tust mir leid wegen Luke. Die, die dich verletzt haben, tun mir leid – alle, die dir Kummer brachten. Verletzliche Menschen sind mehr als nur Menschen. Verletzliche Liebe, sie ist menschlich – wartet still auf jemanden, als wäre nie etwas geschehen. Noell, deine Verletzlichkeit ist deine Stärke. Deine Seele ist deine Härte, und

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Empfindliche Liebe

Empfindsame Begegnung von den Liebenden und empfindliche Zerlegung von beiden Herzen. Sie zeigen uns ihre empfindliche Liebe, sie lehren uns sinnlich und rapide. Empfindsame Blicke treffen sich an ihrer Grenze im hellen Schatten ihrer weißen Lenze. Ihre Lippen berühren sich in der Kürze, um zu baden in der Würze. Die empfindliche Liebe ist erreichbar –

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Schmerzhafte Liebe

Was kann uns schmerzen? Selbstverständlich die Liebe, die Liebe zu einem Menschen, die wir eingrenzen. Die schmerzlose Liebe lindert unsere Schmerzen, die schamlose Liebe öffnet unsere Herzen, die fabelhafte Liebe ändert unsere Sinne, die schmerzhafte Liebe sondert unsere Stimme. Schmerzhaft bedeutet nicht nur schlecht – schmerzhaft heißt, dass man geliebt wird und lieben kann –

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Der Natur zuliebe

Der Natur zuliebe, liebe die Natur. Der Natur zeig deine Liebe. Ohne Natur gibt es nur Karikatur, ohne Kultur gibt es keine Natur. Kämpfe für die Liebe zur Natur. Ohne Kampf für die Natur bekommen wir alle globale Temperatur. Erledige deine liebevolle Korrektur.

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Schmetterlinge der Liebe

Die Kreise, die Schmetterlinge, die Eilen, die Lieblinge. Die Schmetterlinge der Liebe, sie tanzen um uns herum, flattern mit farbenfrohen Flügeln, schweben mal hin, mal her. Sie verkünden die Sommerliebe, bringen die zarte Nähe, die Schmetterlinge der Liebe, ein sanftes, flüchtiges Meer.

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Philosophie der Liebe

Ist die Liebe philosophisch? Frag ich mich in stiller Nacht. Ist die Liebe phobisch? Frag ich mich in lauter Nacht. Nein, sie ist weder Phobie, noch Philosophie in reinem Licht, wie in dem flüchtigen Gedicht. Weder dies noch das – so vielfältig wie der Sternenschein. Sowohl dies als auch das – im Herzen mag sie

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Im Takt der schnellen Bilder

Das Schweigen lässt keinen Raum, nur Flimmern, das sich selbst vergisst, ein Strom aus Zeichen, Bild und Schaum, der unberechenbarer als Denken ist. Wir standen einst im Raum der Funken, wo Ahnung leise Formen fand, heut löscht ein Klick das Halbdunkel – noch eh es fragend vor uns stand. Die Bilder eilen uns voraus, zu

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