Naturgedichte

Spätlese

Ich kam spät. Der Sommer war schon außer Atem. Die Kinder nicht. Sie rannten durch meinen Schatten, ihr Lachen blieb zwischen meinen Blättern hängen. Eis schmolz in mein Gesicht. Auf dem Gartentisch grinsten Melonen mit schwarzen Zähnen. Musik sprang aus offenen Fenstern. Der Wind probierte die Hemden an. Jetzt klettert die Kühle meinen Stängel hinauf.

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August-Blüte

August-Blüte Schamvoll birgt die Schöne ihre blutrote Blüte in dem grünen Palmenblatt, zum Trotz der Hitze. Sie glüht im Dunkel des kühlen Gartens und wartet auf die Stunde am frühen Abend, wenn sanftere Lüfte wehn. Ihr Bild freilich, entzückend, hat sie dennoch ganz willig mir geschenkt, wie ein Herz im schwarzen Schatten das pocht und

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Gruß aus Friesenland

Es winken aus dem Friesenland zwei Franken leicht mit einer Hand. Hier gibt es reichlich auf den Tisch, mal gibt´s Kartoffeln, und mal Fisch. Die Frankenseele, die träumt bloß: „Ach, gäb´s doch einmal rohen Kloß. Ein Schäuferle ganz klitzeklein, ach wär das herrlich, das wär fein!“ In Franken dann, an einem Tisch, da wird geschwärmt

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Augustregen

Welch ein Segen bringt der Regen auf das ausgedörrte Land; still zieht er auf Feld und Wegen wie eine kühle, milde Hand. Die Erde trinkt mit dunklen Poren, der Staub verliert sein graues Kleid; was müd und matt schien und verloren, erwacht zu neuer Heiterkeit. Die Linden tropfen, Hecken glänzen, der Garten duftet tief und

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Sehnsucht!

Gedanken schweben… Gedanken schweben übers Meer. Verweht im Wind die innere Wehr. Hand in Hand das spüren der Zeit. Die Wellen plätschern in das Leid. Endlose Weite wärmt das Gefühl. Sanfter Wind wirkt frisch und kühl. Seele wünscht sich hier ein Nest. Ein letzter Blick hält Schönes fest. Bernd Tunn Tetje

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Hymne an den Pickel

Oh Schreck, oh Pein, oh großes Weh, als ich heut‘ in den Spiegel seh‘, was starrt mich an im gleißend Licht? Ein Pickel – mitten im Gesicht! Wo kommst Du her, mein neuer Gast? So sprich zu mir, Du süße Last. Kommst Du aus meiner Seele Grund? Und wirst Du größer, dick und rund? Die

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Augustlied

Der August geht durch Wald und Feld, mit Gold im Haar, mit Licht im Kleid; als wär die ganze müde Welt noch einmal schön für kurze Zeit. Die Brombeerhecke trägt so schwer, die Wespe taumelt süß berauscht; vom Hügel kommt kein Lärmen mehr, nur dass der Wind im Hafer lauscht. Am Bach steht still die

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