Gaststätte Eiche

Ich habe heute frei die Wahl und betrete den fremden Saal. Ich kehre in die „Eiche“ ein bei mattem, abendlichem Schein. Ich schaue mich in Ruhe um, beobachte das Publikum. Hier gehen Menschen ein und aus, doch einige fühlen sich nicht zu Haus. Es bleibt so mancher einsam stehn, wird kaum beachtet, übersehn. Ein lauter […]

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Der falsche Abend

Sie trat herein mit leichtem Schritt, ein Lächeln nahm den Raum schon mit. Ein Blick genügte, still und klar, als ob der Abend freundlich war. Wir stießen an mit einem Bier, sie blieb ganz selbstverständlich hier. Wir lachten viel, die Zeit verging, weil uns ein tiefes Wort umfing. Ich dachte leis: Wer weiß, vielleicht hat

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Der verlorene Weg

Ein wilder Sturm aus Angst und Zorn, verloren ging der eigne Born. Die Antenne brach – der stumme Beginn, dann schwand die Liebe, zerschnitten im Sinn. Eifersucht flackerte, Alkohol entbrannte, ein Zündfunke, der nur Asche kannte. Die Hände spürten Gewalt, kein Wort, das Herz war zerbrochen, verstummt und fort. Handeln vor Denken – ein tödliches

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Der Clown

Die Liebe ist aus! Die Kunst kaputt Der Tag dunkel. Die Ideen fern. Das Leben weg. Das Lied nur trüb. Und ich bin am Ende. Und bleibe im Bett! Der Traum ist weg! Die Welt nur grau. Die Phantasie müde. Die Sprache nur kalt. Die Uhr arm. Der Clown krank. Und ich bin ohne Idee.

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Der fiese Dauergast

Der Sommer steht in meinem Flur und sagt: „Ich bleib‘ nun ein paar Wochen.“ Ich starre auf die Wetteruhr. Er setzt sich frech auf meine Knochen. Er hängt sein Hemd an meinen Schrank und fragt, ob ich noch Eis besitze. Er trinkt mein Wasser ohne Dank. Ich sage: „Nein“. Er sagt: „Ich schwitze.“ Er sitzt

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Die Kunst der Anziehung

In schimmerndem Stoff, im Licht fast aus Glas, tritt sie hervor, und erst im Nähersein wird klar, dass unter dem sanften Glanz der Hülle ein Funke lodert, wild und voller Wille. Sie führt das Spiel mit ruhiger Hand, hat jede Regung, jedes Verlangen erkannt. Kein Schritt ist Zufall, kein Blick je verschenkt — sie formt

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Kein Wind

Kein Wind. Nur diese große, helle Faust über den Dächern. Der Nachmittag kniet und kommt nicht wieder hoch. Fenster blenden. Die Vorhänge hängen reglos, als hätten sie das Wehen verlernt. Asphalt atmet Teer. Kein Blatt wagt eine Geste, kein Vogel schneidet durch den Himmel. Auch ich bin kaum noch Bewegung. Nicht aus Frieden, nicht aus

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Gedreht

Ich habe an der Welt gedreht. Und das Leben war sehr schnell. Aber nicht mehr schön. Und der Himmel war riesig. Aber nicht mehr blau. Und die Zeit war reich Aber ohne Liebe. Dann hat sich nur die Welt gedreht. Und der Tag hat gelacht Und die Zeit war nur Leben. Und Freude, Frieden und

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Das Fest

Ich stehe an der Tür. Sehe wie die Sonne aufgeht. Die grünen Bäume. Den Platz mit Blumen. Den roten Zaun. Die Welt ohne Lärm. Den Tag mit Lied. In den Häusern das Licht Die ersten Leute auf der Strasse. Und wie der Tag erwacht. Wie das Leben als Fest! Ich stehe an der Tür. Sehe

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Frisch verliebt!

Frisch verliebt! Sein nicht traurig wenn gehe. Ich doch so sehr zu Dir stehe. Fensterplatz im Zug gefunden. Bist im Herzen angebunden. Er fährt an mich zu bringen. Lass den Alltag dir gelingen. Sie fühle Beide wenig Glück. Ich bin Heute noch zurück. Bernd Tunn Tetje

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Monologe im Wind

Ich schreibe meine Zeilen auf Inseln tief im Netz, wo Worte kurz verweilen und man auf Echos setzt. Doch manche bauen Hallen aus Versen, starr und dicht, sie lassen Riegel fallen und meiden fremdes Licht. Sie künden nur von Pflichten, von Ordnung, Sinn und Ziel, doch statt uns aufzurichten, bleibt es ein starres Spiel. Ich

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Schwalbenflug

Sonne golden, Himmel blau, wenn ich in die Höhe schau‘. Schwalben ziehen ihre Runden in den sommerlichen Stunden. Warm, so haben sie es gern; Sehnsuchtsziele sind nicht fern. Sie lieben unser schönes Land und sind bei jedermann bekannt. Sie schwirren in der warmen Zeit und ein jeder weiß Bescheid: Sommer und Sonne laden ein, fröhlich

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Brauchbare Stapel

Die Kinder sind ausgezogen. Das Zimmer hat es noch nicht begriffen. Unter dem Fenster liegt ein Ball, weich geworden vom Alter, als hätte auch er zu lange gewartet. Wir heben still Dinge auf, als wären sie noch warm vom Spiel, als stürzte gleich ein Kind herein atemlos, mit roten Wangen. Wir öffnen Schubladen. Darin: Kreidebrösel,

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Rentner

Ja, ich bin Rentner und meine letzten Berufsjahre waren nicht leicht! Ja, ich bin Rentner und letztendlich habe ich dieses Ziel erreicht! All die Demütigungen und Altersdiskriminierungen sind vorbei, ich bin jetzt endlich unabhängig und frei. Für mich beginnt ein neues Leben ohne Unterordnung, Hast und Streben. Ich habe jetzt Zeit für sehr viele Sachen

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Fast Liebe

Die Bank am Fluss ist leer. Früher saß hier der Tag mit nassen Schuhen, zerzaust vom Wind, voller Stimmen und Sommer auf nackten Armen. Jetzt: nur der Fluss. Er zieht vorbei, als wüsste er alles und müsste nichts sagen. Neben mir atmet das Holz die Hitze aus. Kein Mensch. Kein Ruf. Nur Wasser, das weitergleitet,

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Unter der Haut

Hoffnung, zu lange offen, wird wund. Sie sitzt unter der Haut, klein genug, um nicht entfernt zu werden, groß genug, um jeden Atemzug zu kennen. Du gehst durch den Tag mit geschlossenem Gesicht. Innen pocht etwas weiter. Nicht Zukunft. Nicht Trost. Nur diese eine Stelle, die nicht heilt, weil etwas in ihr weiter blutet.

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Gekränkte Eitelkeit

-Fiktion – Toxische Freundschaft Es ging mal wieder nicht nach ihrem Kopf. Überhöhte Erwartungen an ihn wurden bei Weitem nicht erfüllt, dabei sprach sie ihm gegenüber diese nie explizit aus. Stillschweigend ging sie davon aus, dass er diese zu erspüren, zumindest zu erraten habe. Ihre Stimme trieft vor Verachtung. Ihre ursprüngliche Katzenfreundlichkeit verkehrt sich in

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