Trauergedichte

maskitowka

graue felder vom rauch verschluckt eingebettet im schützenloch kalter schweiß trifft auf warmen herzschlag schießt auf mich mit bomben aus liebe ziehst mich mit, ziehst mich raus aus meinem schutz – vor angst lässt mich warten auf den nächsten knall doch alles bleibt ein spiel nichts ist falsch, ist alles surreal zwingst mich zum diversionsangriff […]

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ebbe ohne flut

wo sind die wellen hin und warum scheint die sonne wieder nicht? alles ist kalt, zu ruhig, das leise warten unerträglich wieso stirbt das meer, wo kommt die rauschende stille her? das leise warten taucht in unendliche sehnsucht ein dass die wellen wiederkommen in der sonne glitzern und dich zurück bringen es war so lang

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Du ist Täter

Schon seit der Geburt warnen alte Menschen, vor allem Männer, meinen Vater, dass er ja später aufpassen müsse, damit nicht eine Horde Jungs, die ich mit meinen großen Augen verzauberte, unser Haus einrisse. Später wollte ich bloß kein Pink mehr tragen, damit man mich nicht für ein schwaches Mädchen hielt, das bloß mit Puppen spielt.

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Die Barbarei

Von A bis X Von Jetzt bis zum Untergang Kündigt er sich an? Bock oder Ziege? Fragte er damals schon Was sie sahen Was sie fühlten „T-t-t-t“ Doch bleibt es unbeschrieben Heldenhaft über dem Morgenland Langzeit ohne Sonne hinterher Noch immer ohne die rote Bald ist auch der letzte tot Dann verwischt alles dahin Es

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Gedicht Nr. 54

In dem Gedicht Nr. 54 Geschrieben anno ‘26 Eines unbekannten Lyrikers Geht es um kein Vögelchen Um eine angebetete A-N-N-A Sie fiel nicht vom Ball Die grüne Taube gurrt; sie ist rot Ernsthaft – und Jahns Platz steht ohne Kirchturm Da! Da ist ‘s Muss! – Ich spüre: ein Traum wird wahr Aber selbst meine

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Nach dem Ausräumen

Am Abend sah man nur noch die helleren Rechtecke an der Wand, dort, wo die Bilder gehangen hatten. Im Flur roch es nach Staub und Holz, nach Schränken, die zu lange Dinge bewahrt haben. Wir gingen langsam von Zimmer zu Zimmer, als könnten Schritte etwas aufhalten. In der Küchenschublade lag noch der Bindfaden, daneben die

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Ich will leben!

Den Lebensodem reichtest weiter mir, wie´s unsre Vorfahrn taten bis zu dir, doch willst du ihn mir jetzt schon wieder nehmen, kannst du dein eignes Kind wirklich ablehnen? Dir möcht ich soviel Liebe geben, dürft ich mein Leben doch noch leben, ja, keine Liebe ist so reich, einer Kind-Mutter-Liebe gleich. Ich bin ein Mensch wie

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Mit dem Tod gehen

Der Tod ist ein Teil vom Leben, Er lässt einen sich auf die anderen Seite begeben. Er bringt den Menschen Ruhe, ist ihr Leben getan, Mal geplant und doch auch Mal spontan. Er ist nicht weg zu denken, begleitet einen von Geburt an, Mit der Zeit ist jeder Mal dran, Niemand kann ihn wirklich Leiden

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Am Bug…

Am Bug… Gleitend fährt das Segelboot. Auf Wunsch hinein ins Abendrot. Geschmückte Urne steht bereit. Ein paar Menschen sind im Leid. Inhalt weht vom Wind getrieben. Erinnerungen sind geblieben. Bernd Tunn Tetje

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Masken

Du fragst dich worauf er verweist Der Dichtergeist Nostalgisch schaust du auf das Etikett Die ganze Welt war so nett Zur rechten Zeit die Maske aufgesetzt Niemand wurde verletzt Die Illusion wurde aufrechterhalten Bis die Schreie der Seele widerhallten

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Drohende Worte

Hexenschuss und Donnerschlag, eingeklemmte Nervenbündel, Muskelzerrung, und schon will der Körper nicht mehr was ich so will. Schmerzensstöße blitzen durch den Raum, Angst macht sich breit vor jeglicher Bewegung, elektrische Schocks feuern Wellen ungeahnt, Teufel noch mal da ist ja etwas unbekannt, macht sich als Schmerz bemerkbar. Ruhemomente bieten kurze Erholung, lass die Nerven allein,

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Aufbruch aus der Stille

Der Stein in deiner müden Brust war einst so schwer wie dunkle Lust. Doch weicht er nun dem Licht des Tages, das still erscheint am Rand des Hanges. Die Hülle, kalt und einsam, schwer, zerbricht und gibt die Wege frei. Sie hält dich nun nicht mehr, die Zeit der Starre ist vorbei. Die Schatten, die

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Der Mann der Gegenwart

​Ob du’s glaubst oder nicht – es ist längst geschissen auf dich. Du redest von Ehre und Licht, doch sie sehen in dir – nur Bericht. ​Deine Geborgenheit – als trivial gesehen, du sorgst allein für ihr Wohlergehen. In ihrer verleugneten Realität deine Leistung in Vergessenheit gerät. ​Als Funktion dienst du fremdem Sinn und fremden

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Gefangen

Gefangen aufstehen und weitergehen leichter gesagt als getan ich versuch es immer wieder doch irgendwann fehlt auch mir der elan hab keine kraft mehr zu schweigen und still zu hoffen will wieder glücklich sein und lachen doch erst bei dir mit der tür ins haus krachen dir alles sagen was ich so lange unterdrückte jeden

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Kein Ort zum Bleiben

Ein Lied, plötzlich hab‘ ich an dich gedacht: Du warst wie ein Autobahn-Rastplatz bei Nacht. Du warst nur Neonlicht als ein Ersatz für Wärme. Selbst deinen Geruch mag ich auch heute noch nicht wirklich gerne: wie Diesel, altes Fett und kalter Rauch. Die leeren Gespräche mit dir belächle ich heute auch. Bei dir ist niemand

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Wortfeder

Das schwächste Ausdrucksmittel konnte uns einst helfen, die großen Mächte in die Knie zu zwingen. Wir wollten Frieden und Freiheit haben. Wir wollten das Recht besitzen zu sagen, was zu sagen ist. Gerechtigkeit, bitte. Die Lügner und Gewalttäter in offizieller Funktion haben nichts dort verloren, wohin sie erhoben wurden, nun sitzen sie breitbeinig im Amt.

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