Zwischen Welten

Frag nicht nach dem dichten Rauch, der mich wie ein Schleier hält; wenn der Lärm die Erde verschlingt, baut Schweigen mir eine Gegenwelt. Frag nicht nach dem schnellen Geld, das wie loser Sand verrinnt; ich bezahle jede Nacht für den Ton, der nie beginnt. Frag nicht nach dem blassen Sinn, den mein Blick im Dunkel

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Unversehrt

Ein Schrei. Die Luft bleibt unversehrt. Das Licht hat keine Stelle, wo es weh tut. Es liegt in der Wunde und wärmt sie. Unter der Zunge der eiserne Geschmack. Wind auf den Lippen. Wind im Gras. Der Himmel passt durch das kleinste Loch im Schädel. Und die Wolken. Diese ungeheure Leichtigkeit.

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Illegale

Verzweiflung hat sie alle hierher gebracht, Hoffnung auf ein besseres Leben erfüllte sie, und dann kam die ICE zerstörte den Traum, Eltern und ihre Kinder getrennt eingesperrt, wen kümmert’s denn? Die Regierung will Zahlen sehen, Opfer, alle Fremden raus! Schlicht Mitmenschen, Nachbarn und Freunde, Leidende, Unschuldige, Flüchtlinge, alle wie wir! Nein, wir haben versagt, haben

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Was der Oktober weiß

Die Hagebutte steht am Rain, vom Morgenregen blank gewaschen; im Gras liegt eine Kastanie, noch glatt und braun in grünen Taschen. Die Rotbuche hält länger fest. Der Ahorn gibt sein Gelb schon preis. Am Zaun verblüht die letzte Aster, und über Wiesen zieht es weiß. Ein Rotkehlchen prüft kahle Zweige, als wären sie für ihn

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Herbst macht was draus

Wenn die Nächte länger werden und die Kälte zieht ins Haus, sagt der Herbst mit krummen Fingern: „Nun, mein Freund, mach was daraus!“ Draußen murrt der Wind am Fenster, drinnen dampft bereits der Tee. Und die Katze kennt das Leben: Sie bleibt liegen. Das ist okay. Blätter kleben auf den Wegen, Nebel hängt am Gartenzaun.

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Alter Schuh

Der Sessel steht am Fenster. Sie zieht die Füße unter die Decke. Draußen beginnt der Regen, erst vereinzelt, dann so dicht, dass die Häuser gegenüber ihre Kanten verlieren. Die Tasse wärmt ihre Hand. Sie trinkt, ohne den Blick von der Seite zu heben. Beim Umblättern streift das Papier ihren Daumen. Sonst hätte sie jetzt nach

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Erntedank

Ährengold auf weiten Feldern gab es und in unsern Wäldern leuchten Blätter kunterbunt, denn der Herbst gibt allen kund: Äpfel, prall mit roten Backen, Nüsse reif, bereit zum Knacken, Wein, so lieblich wie im Traum; Ernte satt, man glaubt es kaum! Birnen, Pflaumen, Kohl und Mais sind, wie jeder von uns weiß, genau wie’s Korn

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Eisernes Ei

Tau schmilzt auf einer Anhöhe, fingerspitzengenau lese ich deinen Brief, in einigen Sekunden muss es vorbei sein, der Zweifel erobert die Täler und Höhen, gib‘ mir deine Hand Geliebte, gib mir den Sand in deinen Augen. Der Beat deines Herzens, die Schlagkraft deiner Augenlider, die Sehnsucht geöffneter Lippen, lege dich neben mich, Geliebte, wir schlafen

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Die Tarnkappe

Was ist die Tarnkappe für das Leben. Ein Lächeln im Cafe. Ein Lied unter der Dusche. Ein Gespräch mit Nachbarn. Die Tarnkappe für das Leben. Und der Ärger wird nicht zum Krieg. Und die Armut redet mit der Phantasie. Und die Sprache siegt über jede Niederlage. Die Tarnkappe für das Leben. Die Zeit wo der

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Moschus

Mit dem Moschus wollt´ ich locken, hatte Käse in den Socken, war ein eigenes Aroma, manche fielen schon ins Koma. Frisch geduscht, lasst uns los rocken!

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Winterweg

Im Sommer wusste ich den Weg. Eine Bank. Dahinter der Lavendel. Dann du. Jetzt ragen Halme aus dem Schnee. Die Bank lässt sich nur noch an der Lehne erkennen. Ich gehe eine Reihe weiter. An manchen Steinen ist ein Wort frei geblieben. Ein Rest von immer. Die Hälfte von hier. Ich bücke mich und lese

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Schule im Sommer

Der Tag begann mit Sonnenschein, fröhlich konnt´ man in die Schule geh´n. Es gab kein Grund zum Traurigsein, beim Laufen konnt´ man alles seh´n. Frühstück stärkte Kinder jeden Tag, denn zuhör´n mussten sie dem Lehrer. Zur Erholung war auch Spieletag, dies war das Lob vom Lehrer. Kinder tobten in der Mittagszeit im Schulhof bis zur

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Die Kirchweih´

Jährlich ist es stets soweit, die Kirchweih´ steht bereit. Zur Andacht kommt die Kirchengemeind´ die Kirchenglocken erklingen wunderschön. Ein angenehmer Duft von Kirchweihrauch breitet sich aus im Kirchenschiff. Aus der Kirchensakristei kommt geschritten der Kirchenpriester mit der Kirchenbibel in der Hand. Kirchenlieder ertönen wunderbar aus dem Mund der Kirchgemeinde. Kirchenmusik erklingt wunderbar von der Kirchenorgel

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Warum

Warum schreibt Gott keine Bücher vom Paradies? Weil er kein Geld braucht. Und schon berühmt ist. Und er einfach das Leben liebt. Und die Zeit, die nur denkt. Und den Frieden mag. Und die Stille. Und die Sonne weckt. Und das Glück leben lässt. Neben jedem Mensch. Warum besucht Gott keine Universität? Wird Wissenschaftler. Gibt

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