Herbstgedanken

Nächstes Jahr um diese Zeit werde ich sterben. Wenn die Blätter sich braun und orange färben. Wenn die Welt wieder Eigentum der Dunkelheit wird und jedes Feld langsam stirbt. Der Regen wird es sein der mir meinen Hunger verdirbt und der nasse Asphalt der wie deine Augen wirkt. Die fehlende Wärme wird ihr Spiel mit […]

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Away

2600 Meilen weit weg von meinem Zuhause. Weg von dem Ort, nach dem mein Herz sich sehnt. Weg von den Personen, die mir am meisten bedeuten. So allein und so viele Gedanken. Auf der Suche nach etwas, Hunderte Meilen weit unten. Nach irgendetwas außer dem mysteriösen Blau. Vielleicht suche ich nach Dir, vielleicht kann ich

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Döst…

Döst… Geht nicht mehr gerne raus. Ruhig geworden in den Haus. Früher war es hier sehr laut. Hat ihr oft den Nerv geraubt. Einfach war es damals nicht. Eine Not trug schwer Gewicht. Alten Narben sind verstaubt. Erinnerungen nicht erlaubt. Döst gern lieber in den Tag. Formt Gedanken die sie mag. Bernd Tunn Tetje

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37,7%

Wie oft spielt der Verstand der Emotion Flöte, wiegt sie ein, dämpft sie, als wären sie große Kobras. Und sie lösen sich auf, es fällt Regen, sie rollen sich zusammen und tun niemandem etwas. So ist es wohl richtig, denn nicht allen Emotionen ist Platz gegeben — für Fortsetzung, Möglichkeit, Sinn. Wenn die Sonne herauskommt,

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Die Kielnacht

Ein Schiff aus Nacht, aus Harz und alten Speeren, getränkt vom Schweigen längst versunk’ner Zeit. Kein Steuermann – nur Sterne, die nicht kehren, ein Kranz aus Licht im Kleid der Einsamkeit. Die Planken reden in zerbroch’nen Schriften, sie zeichnen Wege, die kein Hafen fand. Die Segel, grau wie unerfüllte Pflichten, erzittern leis, wenn Wind die

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Wie oft spielt der Verstand der Emotion Flöte, wiegt sie ein, dämpft sie, als wären sie große Kobras. Und sie lösen sich auf, es fällt Regen, sie rollen sich zusammen und tun niemandem etwas. So ist es wohl richtig, denn nicht allen Emotionen ist Platz gegeben — für Fortsetzung, Möglichkeit, Sinn. Wenn die Sonne herauskommt,

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‚Aufstehen…

Aufstehen! Fenster offen. Frische Luft. Blumen draußen geben Duft. Kleines Zimmer. Auch ein Bett. Die Alten finden es sehr nett. Vogel sitzt. Er schaut rein. Zwitschert fröhlich laut hinein. Kaffeedurst. Ist so weit. Mit kleinen Seufzern wird es Zeit. Bernd Tunn Tetje

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Im Takt der Erde

In 365,25 Tagen bewegt sich die Erde rechtsläufig, rechtsläufig rotierend um die 23,5 Grad geneigte Erdachse in 24 Stunden, auf einer elliptischen Bahn um die Sonne. Diese ist in einem der beiden Brennpunkte befunden. Die uneinheitliche Sonneneinstrahlung liefert die Jahreszeiten und das Klima. Klimazonen sind gespiegelt am Äquator. Je weiter entfernt von diesem und den

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Bis bald

Der Zug war da. Die Uhr war unerbittlich. Du hieltest meine Hand, als ob sie bliebe. Wir umarmten uns so richtig appetitlich und flüsterten einander noch von Liebe. „Wir sehen uns bald wieder,“ sagtest du. Der Satz, ‘ne Münze im defekten Automaten. Natürlich nickte ich dir lächelnd zu, um uns nicht voll und ganz hier

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Hellwegstadt Wattenscheid

Wattenscheid unsere liebenswerte Hellwegstadt, man gegen den Bürgerwillen eingemeindet hat, obwohl es kein einziger Wattenscheider wollte, dass seine Stadt ein Vorort Bochums werden sollte. Bürgerproteste man aber nicht akzeptierte und Wattenscheid zum Stadtteil Bochums degradierte. Seit Jahrzehnten jetzt Wattenscheid zu Bochum gehört, ganz Wattenscheid ist bis heute hierüber empört. Im Herzen sind alle Wattenscheider geblieben

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Sommerblüher auf einer Ruderalstelle

Wo Schotter liegt und alte Wege vom langen Regen ausgebleicht, beginnt nicht Leere, sondern Wildnis, die still durch jede Fuge steigt. Der Natternkopf hebt blaue Flammen, der Mohn trägt roten Widerstand, und zwischen Disteln, Staub und Steinen behauptet Sommer noch das Land. Hier wächst nichts für gepflegte Gärten, kein höfisch angeordnetes Grün; doch manche Brachfläche

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Die Bergbauernwiese

Die Bergbauernwiese prahlt nicht. Sie lebt vom langsamen Sommer und vom schweren Atem der Hänge. Zwischen Arnika und Enzian steht das Gras nicht fett und herrisch, sondern licht, durchlässig, offen für Margerite, Thymian und Klee. Hier wächst Vielfalt nicht aus Überfluss, sondern aus Begrenzung. Der magere Boden zwingt die Pflanzen zu einem stilleren Vertrag. Vielleicht

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Tiefer als gestern

Sie stand im Wasser zwischen Messerblock und Frühstückstisch in einem Glas, das einmal Gurken enthalten hatte. Sie sah, wie ein Teller an der Wand zerbrach. Sie sah eine Hand, die keine Hand mehr war. Sie sah, wie der Abend seine Zähne in den Türrahmen schlug. Am Morgen hing die Rose nach unten, tiefer als gestern.

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Sportliches Kunststück

Manch einer sich häufig ungeschickt verhält, sein Handeln dann äußerst negativ auffällt. Seinen Grips ständig einzusetzen vergisst, sein Benehmen gewöhnungsbedürftig ist. Den Mitmenschen stets arg auf die Nerven geht und sich selbst immer wieder im Wege steht. So nimmt die Nervensäge auf Schritt und Tritt, meist jedes vorhandene Fettnäpfchen mit. Da dieser Mensch regelmäßig Sport

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Horizont der Stille

Ich stehe still an Deinem Stein und spüre: Ich ließ Dich allein. Was Du ersehnt, was Dich verletzt – es lebt tief in mir – versetzt. Hier, wo die Stille alles trägt, habe ich mich zu wenig bewegt. Doch meine Angst war stets zu groß, ich hielt Dich fern – aus Furcht vor Trost. Ich

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Die stille Sonne

Du sahst die Sonne nie so rot, so still, so fern, so nah dem Tod. Dein Leben schien dir nie so leer, die Welt so kalt, so schmerzend schwer. Die Wirklichkeit – ein ferner Stern, so leuchtend, doch unendlich fern. Nur deine Vision bleibt dir als Lohn in einer Welt aus Staub und Hohn. Sie

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Der Preis der Würde

Mir geht es ja gut, obwohl ich stets verliere. Mir geht es ja gut, auch wenn ich bald krepiere. Hoffnung? Ein leeres Versprechen. Verstellung? Ein nutzloses Spiel. Heuchelei ließ mich stets erbrechen, doch Verluste sind manchmal ein Ziel. Mir geht es ja gut, ohne Glanz, doch mit Würde. Ich zahle meinen Tribut – wie lange

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Ein fremder Blick

Ist das die Glut, die Dich bewegt? Die Liebe, die in Tränen lebt? Erreichst Du je, was Dich durchdringt – oder fliehst Du, wenn Sehnsucht singt? Dein Leben – eng wie ein fremder Raum, Du siehst das Licht – nur im Traum. Du stehst für viele, stumm und leer, von Illusionen getragen wie das Meer.

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