Das Ungeheuer

Oh, glühen am hellen Feuer Ganz alleine in der tiefen Nacht Mit einem Unsichtbaren Ungeheuer! Deine Stimme die in meinem Herzen lacht. Rosenfarbig der Duft der von dir kam Ungeheuer Schön die Liebe von dir. Doch das Ungeheuer gewann. Liebes Ungeheuer,komm wieder zu mir! Ach, wie groß der Fehler war Das Leben wurde zum Ungeheuer!

Das Ungeheuer Weiterlesen »

Entzug

Die Betäubung reicht noch für alle. Ein Schrei löst den anderen ab, bevor er wehtun kann. Wir sind bis an die Lider voller Welt. Im Dunkeln sucht der Daumen weiter. Etwas in uns darf nicht zu sich kommen.

Entzug Weiterlesen »

Verankern

Wir müssen nicht laut werden, nur weil der Wind sich dreht. Nicht jeder Sturm verlangt, dass wir ihm entgegentreten. Wir können uns still verankern in dem, was uns Wurzeln gibt. Wie Äste können wir uns neigen, warten, bis sich die Unruhe legt.

Verankern Weiterlesen »

Vorbild

Man lobte meine Mutter, weil sie sich nie etwas gönnte. Beim Essen nahm sie das kleinste Stück und sagte, sie habe keinen Hunger. Wir glaubten ihr. Es war genug für uns da. Später machte ich es genauso. Bis meine Tochter ihren Kuchen zu mir schob. Sie hatte das größere Stück genommen und sah mich an,

Vorbild Weiterlesen »

Ganz die Alte

Du hast dich gut gehalten, sagt jemand nach zwanzig Jahren. Ich bedanke mich, bevor ich weiß, wofür. Ich habe mich nicht gehalten. Ich habe mich verloren. Neu zusammengesetzt. Ansichten weggeworfen, die einmal mein ganzes Gewicht getragen hatten. Ich habe jemanden geliebt, der mich heute nicht mehr erkennen würde. Aber das Gesicht scheint noch zu stimmen.

Ganz die Alte Weiterlesen »

Nachtvogel

Eigentlich solltest du schweigen in dunkler Ruh’. Nur die Eulen heulen von Zeit zu Zeit, jagdbereit. Nachtvogel, dein Gefieder leuchtet nicht unter den schweren Wolken, regenschwanger. Aber wohin äugst du aus dem nackten Gebüsch, worauf wartest du, wenn der Mond sein spärliches Licht auf die Fluren wirft? Dein spitzer Schnabel könnte steckenbleiben in fauler Rinde,

Nachtvogel Weiterlesen »

Ungestillt

Auch die Zärtlichkeit hat keinen Schlaf gefunden. Sie liegt zwischen zwei Körpern, mit offenen Augen. Ein Kuss auf die Schläfe. Das vertraute Gewicht auf der Matratze. Wie wenig fehlt für eine Umarmung. Wie lange kann ein Herz so nah am anderen warten.

Ungestillt Weiterlesen »

Wolfsgesänge

Küsse mich, Geliebte, Küsse mich und schenke mir deinen Atem. Auf Eukalyptuszweigen lege ich dir mein Herz hin. Hinter Wänden von Schweigen bricht meine Liebe durch. In eine Wolldecke aus Zärtlichkeit hülle ich mich ein, damit du meine Schreie hörst. Wenn es nur einen Weg gäbe, um in deiner Nähe zu sterben, so finde ich

Wolfsgesänge Weiterlesen »

Kontraste

Hinter der glühenden Sonne wartet unendliche Dunkelheit. Jenseit der irdischen Zeit ahnt die Unendlichkeit, trotz der größten Hitze droht die Kälte unter uns allen. Schweigende Sterne kreisen im tiefen Raum, wir hören sie nicht. Unendliche Wege führen irgendwohin, orientierungslos stürzen wir voran. Hoffnungen blühen auf und treiben eine Frucht, wer pflanzt sie dann im trüben

Kontraste Weiterlesen »

Vergebung

Die Disteln dürfen ihre Köpfe behalten. Noch gestern wollte ich nichts als die Wurzel, bloßgelegt, verdorrend. Nun dieses Weiß über den Stacheln. Der Wind nimmt nicht die ganze Distel mit. Nur das, was sich lösen kann. Ich stehe in den fliegenden Samen und lasse den Sommer unbeaufsichtigt.

Vergebung Weiterlesen »

Entehrt!

Entehrt! Wurde entehrt von wissender Macht. Hilfloses Flehen beschallte die Nacht. Ein gieriges Lachen erhöhte die Pein. Gedemütigt so blieb sie damit allein. Die weinende Seele war tief verletzt. Gedanken eng mit Erlebten vernetzt. Jahre später noch schwelgendes Joch. In all der Not will das Leben ein Doch. Bernd Tunn Tetje

Entehrt! Weiterlesen »

Die Unterschrift

Am Ende konnte sie ihren Namen nicht mehr schreiben. Der erste Buchstabe gelang. Dann hielt sie den Stift über das Papier, als müsste jemand den nächsten vorsagen. Mit diesem Namen hatte sie eine Wohnung gemietet, eine Ehe beendet, mich für den Schulausflug angemeldet. Ich legte meine Hand um ihre. Sie ließ es zu. Wir schrieben

Die Unterschrift Weiterlesen »

Das Schweigen der Schwerter

Im Staub der Städte, wo der Rauch nicht weicht, steht Atlas stumm, vom Lärm der Welt erreicht. Er trägt die Trümmer zerriss’ner Himmel tief, die Erde bebt, wo einst der Frieden schlief. Ein Phönix sucht im Schutt nach neuem Glanz, doch Asche brennt im wilden Kriegstanz. Er will steigen, die Wunden sanft zu heilen, doch

Das Schweigen der Schwerter Weiterlesen »

Zwei von fünf

So, nun habt ihr endlich euer Kreuz gemacht Und es brauchte nicht besonders viel Mut Mit nie da gewesener Selbstverständlichkeit Nur mit Stolz und Trotz und jede Menge Wut Ein Kreuz in dem ihr eine Alternative seht Aus einer chronischen Unzufriedenheit Für starke Taten erwartungsvoller Lenker Gegen all die demokratische Unfähigkeit Ihr fühlt euch stark,

Zwei von fünf Weiterlesen »

Bildhauer unbekannt

Mein Bild im Spiegel Wandert. Kippt. Verblasst. Neue Falten. Alte Fragen. Eine Stirn, die leise lacht. Doch tief in mir hängen andere Rahmen. Eingebrannt wie frische Narben. Ohne Datum. Ohne Namen. Bildhauer unbekannt. Hat mich in Liebe und Schmerz gehauen. Ein Lächeln plötzlich, das mich hält. Eine Umarmung, die nicht infrage stellt. Und für einen

Bildhauer unbekannt Weiterlesen »

Mein schönes Leben oder Weihnachten backen wir wieder Plätzchen

Mein schönes Leben oder Weihnachten backen wir wieder Plätzchen Eine Stunde in der Gesprächstherapie: Patient: Ich schäme mich nicht für meine Einsamkeit – nicht mehr. Therapeut: Neue Zeiten sind angebrochen – wir können nun frei über Ihr Problem sprechen, aber nur, wenn Sie wollen! Patient: Habe gerade nichts Besseres vor. Was wollen Sie hören? Therapeut:

Mein schönes Leben oder Weihnachten backen wir wieder Plätzchen Weiterlesen »