Das schwere Tuch

Ein fremdes Wort, ein dunkler Fluch, aus Grauen grob geknüpftes Tuch. Kein Stoff, den man sich wählen darf, er zeichnet Schatten, kantig-scharf. Die Blicke schlagen Narben tief, wo mancher Ruf nach Antwort rief. Kein Wind, der diese Last zerfrisst, solang die Angst ein Anker ist.

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Ich lebe

Der Berg singt ein Lied. Der Wald sitzt im Cafe. Die Insel tanzt im Park. Der Mond liegt am Fluss. Ich trinke Tee. Bin die Welt. Singe. Tanze. Rede Spiele. Und der Tag lacht. Und die Welt fliegt. Und die Zeit lebt. Ich reise! Der Spieler denkt nur Siege. Das Herz spielt als König. Der

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Als es noch da war

Man denkt immer, Glück müsse sich groß anfühlen. Aber es hat nichts Feierliches: Kein Licht, das plötzlich auf alles fällt. Keine Stimme, die sagt: Das ist der Augenblick, an den du später zurückdenken wirst. Meistens kommt es unscheinbar. Nicht als Ausnahmezustand, sondern als Alltag, als Tage, die keinen Beweis brauchen, als jemand, der noch da

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Wenn der Kompass schweigt

Es tanzt der Schatten auf dem Riff, ein kalter Hauch am Mastkorb weht. Es wankt das dunkle Geisterschiff, das am eignen Stolz vergeht. Der Kompass dreht im leeren Kreis, kein Sternbild weist den sichern Pfad. Wir zahlen blind den hohen Preis für jedes Wort und jede Tat. Die Segel splittern, gefrorenes Glas, der Wind singt

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Augenblicke

Die Enkelin läuft auf mich zu und jubelt, der Besucher ist endlich da. Nach der Reparatur läuft mein Fahrrad erneut wieder glatt und rund. Ein lange gesuchtes, schon verloren geglaubtes Buch stiehlt sich unversehens in meine Hand. Im kleinen Teich gluckert das Wasser das Becken füllt sich, wir sind nicht allein. Eine gute Nachricht von

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Lenz und Laut

Flatulentia – der Lenz kehrt ein, und selbst der Ernst wird nicht mehr rein. Was festgefügt im Winter stand, verliert sich schnell durch leichte Hand. Ein Laut genügt, nicht groß, nicht klug, doch bringt er Ordnung aus dem Zug. Was eben noch als Pflicht erschien, muss nun dem Lachen unterziehn. So zeigt der Lenz in

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Frühjahrston

Flatulentia – der Lenz ist da, er drängt durch jede feste Form; was eben noch ganz streng geschah, verliert sich leise ohne Norm. Ein Laut, so schlicht, doch voller Kraft, zerreißt die Ordnung, unbestellt; und was zuvor noch Ernst erschafft, wird plötzlich Spiel in dieser Welt. Man sieht sich an, erst stumm, dann frei, das

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Flatulentia vernalis

Flatulentia – der Lenz ist wieder da, er sprengt den Ernst wie Knospen alte Rinde; was festgefügt schien, lockert sich im Winde, und selbst das Strenge beugt sich plötzlich: ja. Ein leiser Ton, so schlicht, so sonderbar, durchzieht den Raum wie erste Frühlingswinde; er wirkt, wo keine große Rede binde, und macht aus Pflichtgemeinschaft Menschen

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Trampen

Mein Auto streikt, der Motor ist tot, ich steh am Straßenrand, in großer Not. Ich wollt nur fort, ein kleines Stück, doch bleib ich hier – mir fehlt das Glück. Seit Stunden halt ich mich bereit, doch keiner schenkt mir Aufmerksamkeit. Die Wagen rauschen einfach fort, für mich gibt’s keinen Zufluchtsort. Der Regen nässt mich

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Das Leben läuft weiter

Ich kam zur Firma mit Hoffnungen groß, voller Mut – doch der Weg, er verlief recht famos. Bald stürzte ich mitten ins Spiel hinein, die Methoden dort – sie waren gemein. Ich denk noch oft an manches Gespräch, an Versprechen, an Lächeln – doch vieles war schräg. Man merkt sehr schnell, was wirklich zählt: Loyalität

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Sonett an den Mai

Wenn Maienlicht die stillen Felder weckt, und Morgentau auf jungen Wiesen ruht, wird neu, was lang im Winter war verdeckt, und leises Grün durchströmt die Welt mit Mut. Der Wind bewegt die Äste sacht im Hain, die Lerche hebt sich singend in das Blau; es scheint, als kehre alles Licht nun heim im milden Glanz

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Meine Maienzeit

Der Maien zeigt des Frühlings Pracht, wenn junge Stimmen fröhlich klingen; die Erde ist vom Licht erwacht, und milde Winde Lieder bringen. Durch Gärten zieht ein süßer Duft, der leis die alten Zeiten streift; und über Wald und klarer Luft wird neues Leben still gereift. Die Wiesen stehn im Blütenkleid, der Morgentau glänzt auf den

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Frühlingswechsel

Die Sonne scheint, der Lenz, der weint, weil Wolken durch die Himmel ziehen; doch selbst, wenn sich der Tag verneint, beginnt das erste Grün zu blühen. Der Regen fällt auf Feld und Baum, der Wind streift kühl durch junge Triebe; und dennoch wächst im stillen Raum das Leben weiter aus dem Lieben. So trägt der

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Hand aufs Herz

Ich begreife vieles nie: Warum etwas kommt. Warum etwas geht. Warum manches erst weh tut und später eine Tür wird. Manchmal reicht ein Traum, um den Blick ein wenig zu drehen. Manchmal eine Erinnerung, in der das Kind von damals noch immer barfuß durchs Licht läuft. Vielleicht hat Sinn keine große Stimme. Vielleicht legt er

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XS der Emotionen

XS der Emotionen Die wahre Vorbereitung auf den Sommer oder das Meer passiert weder im Kleiderschrank noch im Fitnessstudio, sondern im Inneren des Nervensystems. Warum spricht niemand zuerst darüber — den eigenen Zustand vor dem Sommer in Ordnung zu bringen und dieses Gefühl freudiger Erwartung einzufangen? Der Marathon aus „noch schnell abnehmen“, „noch schnell die

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Der Segler im Schatten

Du nennst dich einen Schiffbruch, ein verlorenes Gut, dir fehlt für die Brandung der Trotz und der Mut. Die Segel sind grau und vom Nebel beschwert, du glaubst, dass kein Stern dir die Heimkehr gewährt. Dein Geist ist ein Garten, doch voller Gestein, du schließt dich in Mauern aus Grübelei ein. Was andere erreichen mit

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Nicht ganz, aber wirklich

Niemand kann in meinem Bewusstsein wohnen. Auch die Liebe kennt nur die Tür, nicht den Raum dahinter. Der Schmerz selbst spricht keine gemeinsame Sprache. So leben wir: eingeschlossen in unserer eigenen Wahrnehmung. Vielleicht ist Liebe nicht das Überschreiten der Grenze des anderen. Vielleicht ist sie die Achtung vor dem Unzugänglichen. Wir kommen allein. Wir gehen

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Der Stern

Der Treppe fehlt eine Stufe. Die eine Stufe zum Leben. Die eine Stufe zur Erkenntnis. Die eine Stufe zur Kunst. Die eine Stufe zur Liebe. Morgens war die Stufe einfach weg. Und keiner weiss was diese Stufe war. Ich denke, diese Stufe war der Mut. Und der Wille den Traum zu leben. Dem Haus fehlt

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Unmotivierter Morgenmuffel

Er ist ein Mensch, der häufig die Nacht zum Tag macht, dann des Morgens regelmäßig zu spät aufwacht. Und auch als Rache für den Alkoholgenuss, einen fürchterlichen Kater ertragen muss. Folglich nun unausgeschlafen den Tag beginnt, Müdigkeit und schlechte Laune Begleiter sind. Es ruhig angehen lässt und sich kaum schindet, meist nur sehr schwer im

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Reden ohne Worte

Man kann auch durch Schweigen Wichtiges sagen, den Mitteilungsdrang einfach zurückstellt und so in besonders kritischen Lagen, hin und wieder auch mal seinen Mund hält. Denn nach einer weisen und cleveren List, Schweigen oft Reden ohne Worte ist.

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