Morgenstunde

Ein Hase schnuppert im Vorgarten und lauscht mit seinen großen Ohren. Die Sonne will noch nicht so ganz sich einen Weg durch die Wolkenhülle befreiend bahnen. Die Hundebesitzer führen ihre Tiere aus und erfreuen sich an der morgendlichen Frische, und dies im Monat Mai. Die Zeitungen berichten von der ukrainischen Front, und in der Straße […]

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Träumerisches Asyl

Die Uhr in mir steht still und schweigt, hat sich der Zeit längst abgeneigt. Ich treibe haltlos, ohne Ziel, verloren in des Daseins Spiel. Ein Sturm hat mich hinausgetragen, ließ keine Antwort auf mein Fragen. Er warf mich weit ins weite Meer, wo Anfang endet – und nichts mehr. Die Wellen flüstern Ewigkeit, verschlingen Luft

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Im Leben zurück

Zweifel, Ängste, schlechte Tage, die Chancen liegen auf der Waage. Wird das Schlimme schwerer wiegen? Oder wirst du es besiegen? Hoffen, bangen lange Zeit, Hospital statt Sommerkleid. Alles wird für dich getan. Fängt dein Leben nochmal an? Dein Lachen und dein schöner Mund; ich seh‘ dein Strahlen, seh‘ dein Glück und weiß, du bist gesund.

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Festspiel am See

Am Eutiner See, im Maienlicht, ruht Klang noch tief im Schweigen dicht; doch überm Grün, im stillen Raum, liegt schon Musik wie ferner Traum. Das Wasser hält den Himmel fest, als trüg es Ton in leisem Rest; die Wolken ziehn in sanfter Spur, wie Noten über Blatt und Flur. Im Schattenzweig, vom Wind bewegt, wird

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Mai in Eutin

Mai in Eutin, da zieht es mich hin, wo Wasser den Himmel trägt im stillen Gewinn; wo Wege sich biegen im blühenden Saum und Zeit sich verliert wie ein wandernder Traum. Die Ufer aus Holz, vom Schritt sanft berührt, als hätten sie längst jedes Kommen gespürt; das Blau in der Weite, das Grün ringsumher –

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Vom Wert der Worte

Ein Wort – ein Stein, ins Wasser gesetzt, kaum fällt er, zieht er flüchtige Ringe, die Zeit verwischt, was er verletzt, verliert sich leise im Grund der Dinge. Doch Worte können Stege schlagen, aus Nähe, die im Denken glüht. Sie helfen, fremde Last zu tragen, wenn still Vertrauen Wurzeln zieht. Was hilft Applaus aus weiter

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Der Garten der Lieder

Der Garten der Lieder. Er lebt als Engel und Traum. Er sieht als Reise und Leben. Er redet als Hafen und Insel. Steht am Fenster. Sitzt im Cafe. Kennt die Welt. Das gute im Blick. Der Garten der Lieder. Er lebt mit Herz und Stille. Der Garten der Lieder. Er redet als König und Ritter.

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Die Netzantwort

Das Echo im Netz braucht manchmal Zeit, bis ein Herz seinen Weg zu dir findet. Wenn ein Wort aus der Stille dich befreit und ein Band zwischen Fremden sich bindet. Nicht die Klicks bestimmen deinen Wert, nicht das Tempo in flüchtigen Stunden, sondern wer die Seele des anderen ehrt, hat die wahre Gemeinschaft gefunden.

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Das Bekenntnis

Zwanzig – schon verloren im Blick, die Welt schreit laut, das Herz ruft zurück. Zwischen Traum und Pflicht gefangen, viele falsche Entscheidungen begangen. Halb klug, halb leer, halb auf der Flucht, in dir brennt Glut, die Ruhe sucht. Du denkst zu viel, doch fühlst zu wenig, dein Weg wirkt nah – und bleibt unklar. Noch

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Verlorene Nähe

Wenn ich Dich anseh, so muss ich wirklich weinen. Mein Herz tut weh, für Dich aber wird die Sonne scheinen. Du stehst gesellschaftlich oben, ich dafür total unten. Dich wird man überall loben, doch ich habe mich mehr geschunden. Erinnerst Du Dich noch an die Zeit, als wir gemeinsam in der Schule waren. Damals gab

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Meine Angst

Sie lässt mich nicht zur Ruh – ich sag es frei: Ich habe Angst. Angst, zu versagen, Angst, aus dem Leben zu fallen, Angst, den bescheidenen Job zu verlieren, Angst, einsam in der Großstadt zu erfrieren, Angst vor Kriegen, die keiner mehr stoppt, Angst vor dem Atom, das Städte zerbombt, Angst, dass mich keine Frau

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Eiserner Vorhang

Nicht fünfzig Kilometer nur, und schon verriegelt sich die Spur. Sachsen bleibt mir fremd und fern, ein Land, das ich so hätte gern. Nicht fünfzig Kilometer östlich mehr, und Böhmen läge mir am Herz so sehr. Doch Mauern, Draht und kalter Stein sperren die Sehnsucht draußen ein. Wie Dornen reißen Stacheldrähte, was einst verbunden, trennt

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Ein Freund ging verloren

Es herrscht Totenstille, die Kirche ist halb gefüllt. Es war sein eigener Wille, er hat sich selbst gekillt. Es musste so kommen, er war schon immer etwas seltsam. Warum hat er sich das Leben genommen, fühlte er sich einsam? Ich hätte es nicht gedacht, dass er diesen Schritt macht. Selbst hatte er doch so viel

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Kuckucksbändiger

Ich brauch die Kohle – auf die Schnelle, doch nirgends gibt es eine Stelle. Der Knast? Nee, nicht mein Revier, da bleib ich lieber hier. Liegt die Knete in Frankfurt auf der Straß’, oder machen mich die Typen richtig nass? Ich bin in Deutschland nur ein Zwerg, ständig wächst mein Schuldenberg. Die Kuckucksbändiger stehen schon

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