Zwei Fremde

Zwei Fremde gehn am fernen Strand, getrieben von dem Sturm der Welt; sie reichen sich die kalte Hand, weil keine Heimat sie mehr hält. Sie flohen vor der eignen Nacht, den Bergen, die im Rauch versinken; das Schicksal hat sie hergebracht, am Quell der Hoffnung neu zu trinken. Und suchen in dem fahlen Licht ein […]

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Am Meer

Frisch weht der Wind am Strand, ich lausche und möchte gern bleiben – blau scheint der Himmel – ein breites Band, auch Sonne wird sich noch zeigen. WIND – WEITE – DAS WASSER – DAS MEER ich atme sie ein und bin glücklich. Ein Gefühl großer Freiheit ergreift mich schwer und lässt mich spür’n zuversichtlich

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Unruhe

sie rollt auf mich zu sie wird immer schneller das macht mir schon Angst. Wind, Weite, Wasser und Meer sind so weit entfernt von mir – wie die Freiheit .

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Das unverschlossene Tor

Vom Paradies blieb nicht viel. Nur Sterne, diese kleinen glühenden Stecknadelköpfe im Mantel der Nacht. Nur Blumen, die morgens aus der Erde kommen, als hätte jemand Farbe vergraben. Und Kinderaugen. Offen wie Fenster in einem Haus, das noch nichts fürchtet. Sie sehen einen Käfer und meinen: Wunder. Sie sehen Seifenblasen und meinen: der Atem ist

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Hoffnung und Glaube

Des Menschen Zeit hier auf der Erden Nicht allzu lang bemessen ist. Was soll denn einmal aus uns werden, Wenn diese Frist vergangen ist? Der Glaube hilft bei dem Gedanken an diese kurze Erdenzeit. Der Glaube, dass uns keine Schranken abhalten von Unendlichkeit in Gottes ewig gutem Reich. Doch vor dem Schlusspunkt hier auf Erden

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Unversehrt

Der Kuchen ist unversehrt. Das ist das Traurigste. Keine Gabelspur, kein schiefer Schnitt, kein Finger im Zuckerrand. Nur ich am Tisch, zu wenig Anlass für Besuch, zu viel Mensch für diese Stille. Die Kerze liegt daneben, noch weiß, noch nutzlos, ein kleines Versprechen, das niemand einlöst.

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Das Fußballfiasko

Wenn die nackte Theorie auf die unbarmherzige Realität des Rasens prallt, nützt auch der dümmste Spruch nichts. Julian Nagelsmann trat an, als der „große mathematische Architekt“ des deutschen Fußballs; ein Meister der der geschwollenen Taktik-Phrasen. Er wollte das Spiel berechenbar machen, groß es in starre, logische Bahnen lenken, und vergaß dabei das Wesentliche: Den lebendigen

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Gezecht im Blauen Hecht

Im blauen Hecht gezecht ein Mann an Bier und Schnaps so viel er kann, hat dann gezahlt trat vor das Tor das Gleichgewicht darauf verlor. ————- Er fällt dann auf die Straße hin die frische Luft raubt ihm den Sinn, dort liegt er seit zwei Stunden schon ist ausgesetzt dort Spott und Hohn. ————— Zwei

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Gaststätte Eiche

Ich habe heute frei die Wahl und betrete den fremden Saal. Ich kehre in die „Eiche“ ein bei mattem, abendlichem Schein. Ich schaue mich in Ruhe um, beobachte das Publikum. Hier gehen Menschen ein und aus, doch einige fühlen sich nicht zu Haus. Es bleibt so mancher einsam stehn, wird kaum beachtet, übersehn. Ein lauter

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Der falsche Abend

Sie trat herein mit leichtem Schritt, ein Lächeln nahm den Raum schon mit. Ein Blick genügte, still und klar, als ob der Abend freundlich war. Wir stießen an mit einem Bier, sie blieb ganz selbstverständlich hier. Wir lachten viel, die Zeit verging, weil uns ein tiefes Wort umfing. Ich dachte leis: Wer weiß, vielleicht hat

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Der verlorene Weg

Ein wilder Sturm aus Angst und Zorn, verloren ging der eigne Born. Die Antenne brach – der stumme Beginn, dann schwand die Liebe, zerschnitten im Sinn. Eifersucht flackerte, Alkohol entbrannte, ein Zündfunke, der nur Asche kannte. Die Hände spürten Gewalt, kein Wort, das Herz war zerbrochen, verstummt und fort. Handeln vor Denken – ein tödliches

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Der Clown

Die Liebe ist aus! Die Kunst kaputt Der Tag dunkel. Die Ideen fern. Das Leben weg. Das Lied nur trüb. Und ich bin am Ende. Und bleibe im Bett! Der Traum ist weg! Die Welt nur grau. Die Phantasie müde. Die Sprache nur kalt. Die Uhr arm. Der Clown krank. Und ich bin ohne Idee.

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Der fiese Dauergast

Der Sommer steht in meinem Flur und sagt: „Ich bleib‘ nun ein paar Wochen.“ Ich starre auf die Wetteruhr. Er setzt sich frech auf meine Knochen. Er hängt sein Hemd an meinen Schrank und fragt, ob ich noch Eis besitze. Er trinkt mein Wasser ohne Dank. Ich sage: „Nein“. Er sagt: „Ich schwitze.“ Er sitzt

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Die Kunst der Anziehung

In schimmerndem Stoff, im Licht fast aus Glas, tritt sie hervor, und erst im Nähersein wird klar, dass unter dem sanften Glanz der Hülle ein Funke lodert, wild und voller Wille. Sie führt das Spiel mit ruhiger Hand, hat jede Regung, jedes Verlangen erkannt. Kein Schritt ist Zufall, kein Blick je verschenkt — sie formt

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Kein Wind

Kein Wind. Nur diese große, helle Faust über den Dächern. Der Nachmittag kniet und kommt nicht wieder hoch. Fenster blenden. Die Vorhänge hängen reglos, als hätten sie das Wehen verlernt. Asphalt atmet Teer. Kein Blatt wagt eine Geste, kein Vogel schneidet durch den Himmel. Auch ich bin kaum noch Bewegung. Nicht aus Frieden, nicht aus

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Gedreht

Ich habe an der Welt gedreht. Und das Leben war sehr schnell. Aber nicht mehr schön. Und der Himmel war riesig. Aber nicht mehr blau. Und die Zeit war reich Aber ohne Liebe. Dann hat sich nur die Welt gedreht. Und der Tag hat gelacht Und die Zeit war nur Leben. Und Freude, Frieden und

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Das Fest

Ich stehe an der Tür. Sehe wie die Sonne aufgeht. Die grünen Bäume. Den Platz mit Blumen. Den roten Zaun. Die Welt ohne Lärm. Den Tag mit Lied. In den Häusern das Licht Die ersten Leute auf der Strasse. Und wie der Tag erwacht. Wie das Leben als Fest! Ich stehe an der Tür. Sehe

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