Hymne für Gisèle

Man hat dir angetan, was Sprache sprengt, was selbst die Nacht kaum tragen kann. Man(n) hat kein Mitleid dir geschenkt. Dein Henker war dein eig’ner Mann. Sie kamen wie zu einem Fest, im Schutz der Tür, im Schutz der Nacht. Und jeder wusste, was er tat, und hat dennoch mitgemacht. Doch du hast dich nicht […]

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Tschüss

Ich hätte dich doch küssen sollen. Der Tag war wirklich schön gewesen. Ich wollt, ich könnt‘ Gedanken lesen. Jetzt bleibt mir nichts, als dumpf zu schmollen. Hast du denn auch mich küssen wollen? Der Wein war herb und auserlesen. Wir haben Gedichte vorgelesen. Ich wollte dich nicht überrollen. Du machtest es mir nicht so leicht.

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So

Du liebst leise, wie man die Tür schließt, damit das Kind nicht aufwacht. Wie man Tee noch einmal warm macht, ohne zu fragen, ob es sich lohnt. Du fragst nicht viel. Du drängst nicht. Du bleibst. Die Angst verliert ihr Gewicht, und die Nacht wird bewohnbar.

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Die Piratin in der Taverne II

Die sehnliche Taverne war voll von linden Mäusen. Sie liefen doch drinnen wie die Zaubergeister herum. Man spürte den Geruch von der toten, sanften Ratte, die eine falbe Katze zu fangen schien, heute früh. Das Spinnennetz schmückte doch die zierliche Taverne. Eine Spinne schlief unendlich, wie ein Uhu, ruhig. Ein Papagei sehnte sich nach mancher

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Aufbruch aus der Stille

Der Stein in deiner müden Brust war einst so schwer wie dunkle Lust. Doch weicht er nun dem Licht des Tages, das still erscheint am Rand des Hanges. Die Hülle, kalt und einsam, schwer, zerbricht und gibt die Wege frei. Sie hält dich nun nicht mehr, die Zeit der Starre ist vorbei. Die Schatten, die

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Nach dem Applaus

Ich bin kein Clown. Mein Lachen jongliert mit Wahrheiten, die zerspringen wie Glas. Mein Gewand aus Rauten raschelt leise wie Kulissenstoff, der nicht mehr an Wunder glaubt. Auf meinen Schuhen Staub von tausend Abenden, während draußen die Welt zerfällt. Unter der schwarzen Maske ein Blick, der zu viel gesehen hat. Ich trete hinaus, gebe euch

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Fest im Leben stehen

Er steht fest im Leben und sich bemüht, jederzeit vor Fleiß und auch Ehrgeiz sprüht, kommt trotz dieser Tugenden nicht voran, somit keinen Erfolg verbuchen kann. Pech und Misserfolg ihn stets begleiten, ständig Kummer und Ärger bereiten. Jegliche Lebensfreude nun mal fehlt, die normalerweise zum Standard zählt. Da dieser Mensch sich recht sparsam bewegt, grundsätzlich

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Die Piratin in der Taverne II

Die sehnliche Taverne war voll von linden Mäusen. Sie liefen doch drinnen wie die Zaubergeister herum. Man spürte den Geruch von der toten, sanften Ratte, die eine falbe Katze zu fangen schien, heute früh. Das Spinnennetz schmückte doch die zierliche Taverne. Eine Spinne schlief unendlich, wie ein Uhu, ruhig. Ein Papagei sehnte sich nach mancher

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Humor als Schutzschild

Ein Mensch immer im Reinen mit sich lebt, obwohl der Misserfolg oft an ihm klebt. Mancher von oben herab auf ihn schaut, ihm selten mal Positives zutraut. Wird zudem von einigen arrogant, äußerst beleidigend „Loser“ genannt. Bei alledem er sich weder beklagt noch seinen Kopf hängen lässt und verzagt. All dieses Unrecht er locker wegsteckt,

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Das Wunder aus der Frühlings Erde des Frühlingsweg

Es war Zuhause nahe dem Teich die Wolken hoch am Horizonte gleiten, vom Kirchturm laut erscholl verheißungsreich mit süßem Ton das Kirchturm läuten. ————————– Wie schmelzend` Silber glitzert Teich – einher zwei Enten schwammen auf des Teiches Spiegel, ein Elsterpaar flog durch das Lüfte Meer im Taktschlag ihrer schwarzen Flügel. ———————— Entfesselt scheint des Frühlings

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Die versperrte Tür (1968)

Ein Sommer in Unruhe, die Welt stand in Brand, der Prager Frühling erschütterte fern jedes Land. Er war neunzehn Jahre, ein Talent ohne Maß, doch in der grauen Kaserne herrschte Befehl – ohne Rast. Ein Ausgang verboten, die Vorschriften waren klar, doch Funktionäre drängten: „Das Spiel ist heut’ da.“ Er ging und er spielte, vom

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„Briefwechsel“

Im Winter schrieb ich dir, zutiefst verliebt. Ich fühlte mich so unwahrscheinlich gut. Dass du nicht nah warst, hat mich zwar betrübt – doch jeder Satz war hell und voller Mut. Im Frühling schrieb ich dir mit einem Hauch von Grün. Die Welt war plötzlich leichter, fast wie neu. Ich sah die Knospen in den

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Ball der Irren

In dieser fahl erleuchteten Stunde wiegen wir uns wehrlos, dem Charme der begehrlichen Musik ergeben, schmiegen wir uns schwerelos an eine mühselig gewundene Melodie. Dieser regelmäßige Rhythmus tut uns gut in erschütternden Zeiten. Er hält uns bei Laune. Er hält die Stimmen weich. Er hält die Katastrophen auf Abstand. Wir tanzen, als ließe sich alles

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Gescheiterte gut Vorsätze

Man hatte sich einiges vorgenommen, doch wieder mal ist es anders gekommen. Die gefassten Vorsätze für dieses Jahr, wurden schon Ende des Monats Februar, gewaltig nervend und somit unbequem, demzufolge zu einem echten Problem. Ganz allmählich man sie fortzusetzen mied und schließlich zum Teufel zu jagen entschied. Bei diesem allerdings recht peinlichen Ziel, hatte ein

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Der Mann der Gegenwart

​Ob du’s glaubst oder nicht – es ist längst geschissen auf dich. Du redest von Ehre und Licht, doch sie sehen in dir – nur Bericht. ​Deine Geborgenheit – als trivial gesehen, du sorgst allein für ihr Wohlergehen. In ihrer verleugneten Realität deine Leistung in Vergessenheit gerät. ​Als Funktion dienst du fremdem Sinn und fremden

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Die Architekten des Glücks

Sie saßen am Tisch mit Plan und Strategie, doch an den Spieler dachten sie nie. Er war ihr Motor, der Sieg in der Hand, das Ticket für sie in ein höheres Land. Den Aufstieg vor Augen, den Ruhm im Visier, planten sie kühn und großspurig beim Bier. Dass er ein Angebot aus der Ferne besaß,

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Universum Fischer

Damals ein Fischerboot am runden Rand, die Netze voll, der Mut so klein. Der Horizont – wie abgespannt, dahinter soll das Nichts wohl sein. Man sagt: „Dort endet diese Welt, es kippt das Meer ins Dunkel fort.“ Und wer zu weit die Segel stellt, wird stürzen in einen tiefen Ort. Dann wächst die Zeit, die

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